Folgen von Corona

Ein hartes Jahr für alle Kinder und Jugendlichen

Vorarlberg
19.03.2021 09:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Kontaktbeschränkungen und Distance Learning haben das Leben vieler junger Menschen auf den Kopf gestellt. Besonders Kinder und Jugendliche aus Risikofamilien hätten aufgrund der Pandemie sehr gelitten und müssten nun stärker unterstützt werden, betont Vorarlbergs Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch.

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Vorarlberg (KiJa) hatte im vergangenen Jahr mit erschwerten Arbeitsbedingungen zu kämpfen: Es sei angesichts der kurzen Fristen nicht leicht gewesen, auf die kinderrechtlichen Auswirkungen von Gesetzen und Verordnungen aufmerksam zu machen, zudem wären viele junge Menschen in der Krise - nicht zuletzt aufgrund eingeschränkter Angebote - nur schwer zu erreichen gewesen, so Rauch.

Psychische Auffälligkeiten 
Wie hart die Krise Kinder und Jugendliche getroffen hat, lässt sich auch mit Zahlen und Fakten untermauern: Laut Studien fühlten sich 70 Prozent der Elf- bis 17-Jährigen äußerst oder ziemlich belastet. Besonders der Wegfall der Sozial- und Tagesstruktur sowie diverser Sport- und Freizeitangebote hat sich negativ ausgewirkt. Kein Wunder, dass sich bei 31 Prozent der jungen Menschen psychische Auffälligkeiten bemerkbar machten - vor der Pandemie lag dieser Wert bei 18 Prozent. Weitere Kollateralschäden der Krise waren die übermäßige Nutzung digitaler Medien, eine Zunahme von familiärer Gewalt und teils erhebliche Bildungslücken.

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Viele Familien hatten von einem Tag auf den anderen mit einem Betreuungsnotstand zu kämpfen. Schulschließungen dürfen nur das letzte Mittel sein!

Kinder - und Jugendanwalt Rauch

Kinderrechte wurden erheblich beschnitten
Rauch beklagt, dass Kinderrechte durch die Covid-19-Maßnahmen erheblich beschnitten worden seien. Das zeige sich etwa in den teils unverhältnismäßig hohen Strafen bei Verstößen gegen die Covid-Regeln: „In einem Fall musste ein zeitweise obdachloser Jugendlicher wegen 17 Verwaltungsstrafen über 4000 Euro bezahlen.“ Auch in Sachen Schulschließungen habe man ein gesundes Augenmaß vermissen lassen, kritisiert Rauch: „Viele Familien hatten von einem Tag auf den anderen mit einem Betreuungsnotstand zu kämpfen. Schulschließungen dürfen nur das letzte Mittel sein!“ Um den Druck auf Kinder und Eltern nicht weiter unnötig zu erhöhen, fordert der Jugendanwalt u. a. einheitliche Vorgaben beim Nachholen von Schularbeiten, das Nachholen des Schulstoffs im Sommer lehnt er indes klar ab: „Gerade aufgrund der derzeitigen Lage ist eine Erholungsphase besonders wichtig.“
Eines hat für Rauch oberste Priorität: „Das Vorrangigkeitsprinzips des Kindeswohls muss auch in der Krise gelten!“ Daher sollten auch die diversen Präventionsangebote unabhängig von der Ampelfarbe aufrecht erhalten werden.

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