Zustieg während Pausen

Blinde Passagiere: Ministerium warnt Lkw-Fahrer

Kaum ein Tag vergeht ohne eine Meldung von in Lkw durch Österreich geschleppte Migranten. Erst am Mittwoch schnappten deutsche Fahnder einen Bulgaren, der 13 Syrer via Grenzübergang Suben nach Deutschland brachte. Das Innenministerium warnt nun Lkw-Lenker, die (teilweise) unwissentlich durch Schlepperbanden missbraucht werden.

Tausende Kilometer hatten sie bereits hinter sich, als das Selfie entstand. Die 13 Syrer - im Alter von 14 bis 33 Jahren - hatten einer Bande 2500 bis 3000 Euro in bar bezahlt, um von Rumänien nach Deutschland gebracht zu werden. Wie sie aus der Heimat nach Rumänien gelangten und wie viel das kostete, ist unklar. Am Montag wurden die Migranten jedenfalls zwischen Suben (Oberösterreich) und dem bayerischen Pocking aufgegriffen. In dicken Winterjacken auf engstem Raum zusammengepfercht, verrichteten sie ihre Notdurft volle vier Tage lang in Plastikflaschen. Der Lenker, ein 42 Jahre alter Bulgare, wurde Tage später verhaftet. Er dürfte von den Flüchtlingen auf seinem Auflieger gewusst haben.

Pausen für Lkw-Lenker besonders gefährlich
Anders verhält es sich laut dem Innenministerium bei anderen Kraftfahrern. Lassen sie ihre Sattelschlepper auf Raststätten oder Nachtparkplätzen unbeaufsichtigt, verschaffen sich Flüchtlinge und Schlepperbanden Zutritt zur Ladefläche. Zollschnüre werden gekappt und wieder zusammengesetzt, Planen aufgeschlitzt, heißt es. Das Ministerium rät, nach jedem Halt Fahrzeug und Ladung genau zu kontrollieren, auch Plomben, Planen und sämtliche Hohlräume. Bei Verdacht solle der internationale Notruf 112 oder das Bundeskriminalamt kontaktiert werden.

Innenminister Karl Nehammer appellierte an die Unternehmen: „Der Kampf gegen diese menschenverachtende Form der internationalen Kriminalität erfordert die Zusammenarbeit mit den Frächtern, um nachhaltig erfolgreich zu sein.“

Stefan Steinkogler
Stefan Steinkogler
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Montag, 27. September 2021
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