Plausch über Hoffnung

Ina Regen: Urlaub in Schlumpfhausen

Adabei
14.03.2021 06:00

Sängerin und „Starmania“-Jurorin Ina Regen über Hoffnung, Tunnels, Tierchen und Schmerz.

„Krone“:Sie haben mich zu einem „Rotweinplausch“ eingeladen. Mit selbst gebackenem Brot. Sehr fein!
Ina Regen: Ja, dieser Podcast ist letztes Jahr während des Lockdowns aus einer spontanen Idee heraus entstanden, dass mir meine Fans Fragen stellen können und man plaudert. Recht schnell hat sich dann herausgestellt, dass die Fragen eigentlich ganz große lebensphilosophische Fragen waren - vielleicht auch, weil meine Musik irgendwie diesen Eindruck vermittelt, dass ich mir schon ganz viele Gedanken darüber gemacht habe.

Darum sitzt an Ihrer Seite jede zweite Woche Ihr Philosophielehrer Martin Mucha?
Ja, die Menschen können mir vorab von Lebensproblemen schreiben und Martin und ich fassen dann mehrere Fragen zu einem übergeordneten Thema zusammen.

Welches zum Beispiel?
Das war in letzter Zeit das Thema Hoffnung, weil jetzt natürlich in der Krise, und bei vielen nach einem Jahr, so ein bisschen die Hoffnung schwindet.

Bei Ihnen auch?
Ich glaube, so wie für jeden, war dieses Jahr sehr anstrengend. Weil wir sehr viel unfreiwillige Veränderungen durchmachen mussten, und da waren natürlich auch bei mir ein paar finstere Täler dabei: Mein Album hat verschoben werden müssen, meine Tour ist dreimal verschoben worden, niemand weiß so genau, wann werden wir eigentlich geimpft. Und natürlich verliert man dann manchmal ein bisschen den Blick auf das Licht am Ende des Tunnels.

Sehen Sie denn eines?
Voll. Ich sage immer, ich bin so ein Optimisten-Tierchen. Immer wenn etwas Schlimmes passiert ist, habe ich mir relativ schnell darüber Gedanken gemacht, ob es in der Situation auch etwas Positives gibt, aus dem ich lernen kann. Ich glaube, dass mir das privat auch hilft aus dem Schmerz herauszutreten, wenn er mich gerade so aktiv in der Hand hat.

Was machen Sie, wenn Lockdown & Co. vorbei sind?Eine
Nacht durchtanzen. Am liebsten zu altem Soul oder so Motown Funk, das macht mir extrem viel Spaß. Ich kann aber auch gut zu den 90ern tanzen. Ich kann da gut peinlich sein. (lacht) Das macht mir gar nichts.

Ich merke, bei Ihnen dreht sich einfach alles um Sprache und Musik, Musik, Musik.
Ja, aber ich kann auch sehr gut schweigen und eine Ruhe geben. Ich sage dann immer, ich mache einen Urlaub in Schlumpfhausen. Da bin ich im Jogger, Kapuzenpulli, ungeschminkt, dicke Wollsocken, einfach gemütlich. Und dann liege ich herum, schau Fernsehen. Alles langweilige Dinge, die aber extrem super sind.

„Auch das bin ich“, Kronen Zeitung

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(Bild: kmm)



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