Gefährlicher Felsblock

Experte: „Sprengen diesmal mit Schießpulver“

Vizeleutnant Christian Eilmannsberger (50) vom Militärkommando Oberösterreich gilt als einer der erfahrensten Sprengmeister des Landes. Am Donnerstag soll er in Gmunden den zehn Tonnen schweren Felsblock sprengen, der - wie berichtet - als Folge des aktuellen Frost-Tau-Wetters instabil wurde und nun gefährlich im Steilhang über der Bergrettungszentrale hängt.

„Krone“: Worin liegt im Fall Gmunden die Herausforderung?
Eilmannsberger: Nicht in der Sprengung selbst, sondern im steilen Gelände und der kurzen Distanz zum Bergrettungshaus.

Welchen Sprengstoff setzen Sie ein und wie viele Sprengungen sind geplant?
Eine Sprengung wird genügen. Wir verwenden diesmal keinen konventionellen Sprengstoff, sondern greifen auf Schießpulver zurück, das den Vorteil hat, dass es nur wenig Streuflug gibt.

Und in welcher Menge?
In den drei Kubikmeter großen, 10 Tonnen schweren Kalksteinblock werden vier Löcher gebohrt und 120 Gramm Pulver gefüllt.

Aus welcher Entfernung erfolgt die Zündung?
Ich bin 70 Meter weit weg, gezündet wird elektrisch.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu treffen?
Die Feuerwehr hat hinter der Bergrettungszentrale bereits am Samstag einen Holzwall errichtet. Zusätzlich muss noch ein Steinschlagnetz auf einem Stahlseil eingezogen werden, damit auch der Vollwärmeschutz des Gebäudes nicht durchlöchert wird. Und vor der Sprengung wird das Gelände im Umkreis von 100 Metern komplett gesperrt.

Wie lange kann die Traunsteinstraße im Anschluss nicht befahren werden?
Die Sperre ist sehr kurz, ich rechne mit 10 Minuten.

Könnte schlechtes Wetter dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen?
Bei Starkregen bestünde die Gefahr, dass der Felsblock noch instabiler wird.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner
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