„Hinter mir ging in der Arzler Reise eine Lawine ab, kann sein, dass es Verschüttete gibt!“ So dramatisch klang der Tourengeher, der am Dienstag gegen 17.30 Uhr in Tirol Alarm schlug. Hubschrauber, Bergretter und Lawinenhunde suchten daraufhin die Riesenlawine auf der Nordkette ab. Gegen 21 Uhr Entwarnung: keine Verschütteten!
Als kurz vor Einbruch der Dunkelheit der Notruf einging, startete sofort der Hubschrauber, um aus der Luft ein mögliches Verschüttungsszenario beurteilen zu können. Eine eindeutige Abklärung war freilich nicht möglich, sodass gegen 18 Uhr die Bergrettung nachalarmiert wurde.
„Wir wurden in die Arzler Reise geflogen“, informiert Bruno Berloffa, Ortsstellenleiter der Bergrettung Innsbruck, die mit 15 Mann ausrückte. Zudem wurden zwei Lawinenhunde der Bergrettung vor Ort geflogen. Die Libelle Tirol und Christophorus 1 standen im Einsatz.
700 Meter lang
„Tatsächlich handelte es sich um zwei Lawinen, die knapp unterhalb von 2000 Metern abgegangen waren“, schildert Berloffa. „Eine reichte mit einer Länge von etwa 700 Metern hinunter bis in den Latschenbereich oberhalb des Wegs zwischen Arzler und Rumer Alm.“
Die Suche fand bei Dunkelheit mithilfe von Lampen und Scheinwerfern statt. „Wir haben nirgendwo LVS-Signale wahrgenommen, die Hunde haben nicht angeschlagen, nichts deutete auf Verschüttete hin“, sagt Berloffa. So wurde der Einsatz gegen 21 Uhr abgebrochen. Die Bergretter mussten schließlich über die Lawine zu Fuß ins Tal steigen.
Häufig Fehlalarme
Fehlalarme im Bereich der Nordkette stellen keine Seltenheit für die Innsbrucker Bergretter dar. Meist sind es mit (Stirn)lampen ausgestattete Mountainbiker oder Tourengeher, die besorgte Einwohner im Talkessel zum Telefon greifen lassen. „Entscheidend ist, ob es sich um das alpine Notsignal handelt – sechsmal pro Minute stationäres Blinken“, betont Berloffa.
Nach einer Aufklärungsoffensive vor einigen Jahren seien die Fehlalarme etwas zurückgegangen. „Wir können nicht jedes Mal nur auf Verdacht in der Nacht aufsteigen“, betont der Bergretter.
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