Lokalaugenschein

Brand in Perchtoldsdorf: Das Ausmaß der Schäden

Eine gigantische Rauchsäule, weitreichende Sperren, Dutzende Einsatzkräfte: Der Großbrand am Montagabend im niederösterreichischen Perchtoldsdorf hat die Feuerwehren in Atem gehalten. Über Stunden kämpften die Helfer gegen das Feuer an, das offenbar in einem Hotel seinen Ausgang genommen und auf eine Polizeistation übergegriffen hatte. Was zum Brandausbruch führte, wird nun ermittelt. Ein „Krone“-Lokalaugenschein zeigte Dienstagfrüh das Ausmaß der Schäden.

Gegen 16.30 Uhr hatten Polizisten der Inspektion das Feuer in dem derzeit geschlossenen Beherbergungsbetrieb bemerkt und Alarm geschlagen. Zunächst machten sich Einsatzkräfte zweier Feuerwehren - jene von Perchtoldsdorf und Brunn am Gebirge - zum Ort des Geschehens auf.

Gigantische Rauchsäule von Weitem zu sehen
Bereits von Weitem war eine gewaltige Rauchsäule zu sehen, beim Eintreffen am Brandort hatten die Flammen bereits auf die angrenzende Polizeiinspektion übergegriffen. Beide Gebäudedächer standen in Vollbrand - zur Unterstützung wurden Helfer der Feuerwehr Kaltenleutgeben alarmiert.

„Brand aus“ nach drei Stunden
Versucht wurde „zu retten, was zu retten ist“, berichtete Franz Resperger vom Landeskommando Niederösterreich. Aus der Polizeistation gelang es noch rechtzeitig, Waffen, Munition und diverse Akten in Sicherheit zu bringen. Bis kurz vor 20 Uhr kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen an, ehe „Brand aus“ gegeben werden konnte - doch noch die gesamte Nacht über waren Helfer an Ort und Stelle. Verletzte gab es glücklicherweise nicht.

Rotes Kreuz half
Trotzdem stand auch das Rote Kreuz Niederösterreich vor Ort in Bereitschaft. „Es waren vier Rettungsfahrzeuge mit ihren Mannschaften sowie der Bezirkseinsatzleiter im Einsatz“, erklärte Sprecher Andreas Zenker gegenüber der „Krone“. Die Helfer bauten zudem ein Zelt auf, in dem die Atemschutzträger der Feuerwehr mit Flüssigkeit und die aus dem Gebäude evakuierten Polizisten mit Decken versorgt wurden.

Im Gespräch mit der „Krone“ dankte Bürgermeister Martin Schuster Dienstagfrüh den „freiwilligen Feuerwehrleuten für den großartigen Einsatz, der Schlimmeres verhindert hat“. Die letzten Kräfte seien erst gegen 5 Uhr früh eingerückt, berichtete er.

Brandgeruch im gesamten Zentrum
Am Morgen nach dem Feuer zeugten Fotos von einem „Krone“-Lokalaugenschein vor Ort von den enormen Schäden, die der Großbrand angerichtet hatte. Über dem gesamten Zentrum von Perchtoldsdorf hing nach wie vor starker Brandgeruch.

Polizeistation vorerst nicht beziehbar, Dachstuhl einsturzgefährdet
Was das Feuer ausgelöst hatte, wird nun ermittelt. Wie es von Polizeisprecher Heinz Holub am Montagabend gegenüber der APA hieß, würden die Erhebungen vom Landes- und Bundeskriminalamt geführt. Die Polizeistation jedenfalls ist derzeit nicht beziehbar, zu groß sind die Schäden. So ist der Dachstuhl laut Statikern einsturzgefährdet. Da die Statik des restlichen Gebäudes jedoch nicht beeinträchtigt ist, durften Polizisten mittlerweile persönliche Gegenstände aus den Räumlichkeiten holen.

Gotisches Baujuwel schwer in Mitleidenschaft gezogen
Nach Angaben der Marktgemeinde waren von dem Brand die Häuser Marktplatz 21, „wo das Feuer im Hof seinen Ausgang genommen hatte“, und Marktplatz 23, wo die Polizeiinspektion untergebracht ist, betroffen. Der Schaden an den historischen Gebäuden sei beträchtlich. Das Objekt Marktplatz 23 gelte als gotisches Baujuwel, so das Perchtoldsdorfer Rathaus. Der am schwersten in Mitleidenschaft gezogene Bauteil an der Straßenfront, das denkmalgeschützte „Wagner-“ oder „Bäckerhaus“ ist ein Ackerbürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert mit gotischem Baukern. „Die 1988 von der Marktgemeinde erworbene Liegenschaft wurde nach denkmalgerechter Sanierung und Erweiterung um einen Hoftrakt dem damaligen Gendarmerieposten Perchtoldsdorf zur Verfügung gestellt.“

„Das Feuer hat große Teile des Daches zerstört und auch in den Innenräumen Schäden verursacht, die durch Versicherungsschutz gedeckt sind“, teilte Bürgermeister Martin Schuster (ÖVP) auf der Website der Marktgemeinde mit. Als nächster Schritt nach Abschluss der Schadensbefundung werde über dem denkmalgeschützten Gebäude ein Notdach errichtet. Vorerst weichen die Beamten laut der Landespolizeidirektion Niederösterreich nach Brunn am Gebirge aus. „Der dortige Posten ist groß genug“, so Schuster.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
Patrick Huber
Patrick Huber
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