13.02.2021 13:00 |

Gutachten in Kritik

Transitforum Tirol: „Anarchie auf der Straße“

Der Transit ist Dauerbrenner am Brenner. Es ist ein Tauziehen: Gegen das sektorale Fahrverbot wurde nun im Auftrag der Handelskammer Bozen ein Gutachten erstellt. Doch das Transitforum Austria-Tirol wehrt sich gegen „die Anarchie auf der Straße“ mit einem offenen Brief an den Präsidenten der Handelskammer.

Tirol im Jahre 2021: Rechts und links die Berge, dazwischen rollen die Lkw. 2019 waren es knapp 2,5 Millionen Fahrten. Was für den einen Heimat ist, ist für den anderen eine praktische Route zwischen Italien und Deutschland. Lärm und Luftverschmutzung werden für die Tiroler zum Problem, die Lebensqualität sinkt. Das sektorale Fahrverbot soll die Situation für die Tiroler verbessern. Nun hat die Handelskammer Bozen ein Gutachten von Europarechtsexperten Peter Hilpold gegen das sektorale Fahrverbot erstellen lassen.

Transitforum erzürnt
Das ruf das Transitforum Austria-Tirol auf den Plan, eine Bürgerrechts- und „Xundheits“-Organisation. In einem offenen Brief an den Präsidenten der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, ist zu lesen: „Wir bedauern sehr, Ihnen zum wiederholten Mal und unmissverständlich vorwerfen zu müssen, dass Ihre Vorgangsweise (...) wieder nur als neuerlicher ,Aufruf zur Anarchie und zur Etablierung des Faustrechts auf der Straße’ zu verstehen ist.“

Weiter heißt es: „Begrenzte Täler vertragen keinen unbegrenzten Verkehr. Für alle, die Verkehrsbelastungen verursachen: Sie haben Alternativen auf der Eisenbahn oder kürzeren Strecken – das hat die private und betriebliche Anrainerschaft nicht: Sie muss Abgase, Lärm, Entwertung privaten und betrieblicher Liegenschaften bis hin zum Verlust von Arbeitsplätzen ertragen oder absiedeln.“

Keine zweite Heimat
Auch die Tiroler Neos äußern sich zu dem Thema: „Man verliert offenbar das große Ganze aus den Augen: Ziel muss sein, dass weniger Lkw durch Tirol donnern“, so LA Andreas Leitgeb. Das Transitforum Tirol appelliert dringlich: „Die Ära ,Verkehr ist Leben’ ist vorbei. Wir sind in der Ära, das zu bewahren, zu erhalten und weiterzugeben, was unsere Großeltern, Eltern aufgebaut und wir weitergeführt haben. Jeder Verkehr hat sich unserer einzigartigen Heimat in den Bergen anzupassen, eine zweite fällt weder vom Himmel, noch können wir sie aus dem Hosensack ziehen“.

Nadine Isser
Nadine Isser
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