03.02.2021 09:27

Corona und Psyche:

Psychische Belastung ist kontinuierlich gestiegen

Die Corona-Pandemie hinterlässt deutlich seine Spuren. Neben offensichtlichen wirtschaftlichen und existenziellen Ängsten gibt es auch wissenschaftlich erhobene Ergebnisse zum psychischen Wohlbefinden der Bevölkerung. Speziell die Altersgruppe der 18-24 Jährigen ist besonders betroffen. Hingegen die Altersgruppe der Über-65-Jährigen bewältigt, rein psychisch betrachtet, die Krise besser. Dr. Peter Stippl (Präsident des österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie) präsentiert im Krone News-Talk mit Moderatorin Raphaela Scharf aktuelle Studienergebnisse, spricht über den fehlenden Aggressionsabbau und mögliche Chancen um depressiven Phasen zu entgehen.

Studie liefert überraschendes Ergebnis
Zu vier Zeitpunkten im Vorjahr hat eine Studie mit rund 1500 Teilnehmern gezeigt, dass die psychische Befindlichkeit während der Corona-Pandemie leidet. Von April bis September hat es einen kontinuierlichen Anstieg von Depressionen und Ängsten in allen Altersgruppen gegeben. Die Hoffnungslosigkeit der aktuellen Situation wird vor allem bei den 18-24 Jährigen sichtbar. „Es ist das Alter, wo sie wesentliche Entscheidungen für das Leben treffen. Um gute Entscheidungen treffen zu können, braucht man ein gewisses Maß an Sicherheit.“, analysiert Stippl. 

Natürlicher Aggressionsabbau fehlt
Die mangelnde Möglichkeit die eigenen Aggressionen abbauen zu können, ist ebenfalls daran schuld, dass es nicht bei jedem rund läuft. „Die Symptomatik kann sich ganz verschieden äußern.“, so Stippl. Der Verzicht und das Einhalten von restriktiven Regeln ist eine schwierige Leistung, die nicht nach dem klassischen Belohnungsprinzip gehandhabt werden kann. Stippl bringt es mit einem Satz auf den Punkt: „Der Aggressionsabbau, wie er normal funktioniert, ist gestört!“

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Der Aggressionsabbau, wie er normal funktioniert, ist gestört!

Dr. Peter Stippl

Tipps für den Alltag
Um dem teilweise tristen Alltag zu entfliehen sollte man die Aufmerksamkeit und Kreativität darauf lenken, was noch möglich ist. Die Digitalisierung ermöglicht uns einen gewissen Spielraum. Entweder sind es Musiker, die online auftreten, oder Schachklubs, die über das Internet ihre Mitgliedschaft unterstreichen. Es gibt etliche Lernmöglichkeiten. Dr. Peter Stippl will aber auch keine Internet-Sucht auslösen: „Zur seelischen und körperlichen Erholung bleibt natürlich der Weg in die Natur!“

Den ganzen Talk mit Dr. Peter Stippl sehen sie im Video oben.

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