Sa, 25. Mai 2019
01.12.2010 12:20

Warnung aus Moskau

Kommt heuer der Jahrtausendwinter?

Russische Meteorologen von der staatlichen Wetterbehörde Rosgidromet sorgen derzeit mit ihren Prognosen von einem "Jahrtausendwinter" für Kopfschütteln und Widerspruch ihrer europäischen Kollegen. Ein Grund für die erwarteten niedrigen Temperaturen sei die Abkühlung des Golfstroms als Folge der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, führt etwa Igor Janizki, Leiter des Zentrums für Umwelt und geophysikalische Prozesse in Moskau, aus. Sowohl die Experten der österreichischen ZAMG als auch deutsche Forscher halten dies allerdings für unhaltbar.

"Für derartige Prognosen gibt es keine Anhaltspunkte", meint etwa Gerhard Wotawa von der Wiener Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) im Gespräch mit krone.at. Derzeit gebe es Prognosen, dass der Jänner überdurchschnittlich kalt wird. Damit könne man mit gewisser Wahrscheinlichkeit rechnen, von einem bevorstehenden "Jahrtausendwinter" sei aber aus heutiger Sicht überhaupt nicht zu sprechen.

"Das darf man nicht so ernst nehmen"
Auch Klimaforscher Erich Roeckner vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg widerspricht seinen russischen Kollegen: "Das darf man nicht so ernst nehmen." Bei den Prognosen sei wohl viel Profilierungssucht im Spiel.

Die Langfristprognose stecke noch in den Kinderschuhen, so der Tenor vieler Meteorologen. Grundsätzlich gelte deshalb für all diese Vorhersagen: Seriös sind sie nicht. Im vergangenen Winter war etwa die Schneedecke zu einem wichtigen Faktor geworden, weil sie viel Sonnenlicht zurückgestrahlt habe. Eine Schneedecke sorge immer dafür, dass sich der Boden nicht erwärmt und die Luft auch nicht, erklärt Martin Jonas, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

Bei einer weitflächigen Schneedecke könne diese allein schon dafür sorgen, dass der Winter kälter werde. Es müsse eben erst einmal so kalt sein, dass Schnee fällt und auch liegen bleibt. Erst dann kann dieses selbstverstärkende System greifen. Die Schneedecke sorgt im Endeffekt für ihren eigenen Erhalt. Darum könne es in der Folge zu Wintern kommen, die als extrem und lange empfunden werden.

Psychologe: Lange Winter haben auch positive Aspekte
Fazit: Ob der Winter nun eisig wird oder mild, das wissen seriöse Meteorologen erst im März. Für den Fall, dass die Russen recht behalten und Europa unter einem fürchterlich kalten und langen Winter zittert, hat der deutsche Biopsychologe Peter Walschburger einen positiven Aspekt parat: "Die Frühlingsgefühle fallen dann besonders heftig aus."

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