30.11.2010 16:32 |

Kino-Blödelei

"Otto's Eleven": Otto als deutscher George Clooney

Unter Kunstkennern genießt der Wattmaler Otto einen eher zweifelhaften Ruf. Dass er "auf Wunsch sogar persönlich resigniert", ändert daran nichts. Die Motive sind auf der kleinen Insel Spiegeleiland nämlich recht spärlich gesät, doch die Mini-Kommune aus fünf deutschen Comedians lässt sich in "Otto's Eleven" davon ebenso wenig beeindrucken wie die Lachmuskeln der Zuschauer. Erst wenn die Insel verlassen und mit dem Casino-Raub eine lose Parallele zum namensstiftenden Vorbild "Ocean's Eleven" gezogen wird, sitzen irgendwann auch die Pointen.

Dabei sieht es zunächst gar nicht danach aus, als könnte sich die kleine Schar um Comedy-Urgestein und -Trademark Otto Waalkes auch nur irgendwie aus der Anfangsstarre befreien. Da dürfen mehr oder weniger lustige Fernsehstars wie Mirco Nontschew, Arnd Schimkat, Rick Kavanian und Max Giermann als Fitnesstrainer, Computerspezialist, Kabeljau-Koch und Modeguru ihr Programm abspulen, ohne dass das sonderlich geistreich oder der Handlung auch nur im Entferntesten zuträglich wäre.

Und Otto trällert unter der Regie von Sven Unterwaldt, der schon für die höchst erfolgreichen "7 Zwerge" verantwortlich zeichnete, zwischendurch einfach seine schön albernen Lieder.

"Dummer Sack" Sky du Mont
Doch dann taucht plötzlich der schmierige Casino-Betreiber Jean Du Merzac (was in Ottos Diktion natürlich zu "dummer Sack" wird) auf der Insel auf, stiehlt mit doppelbödigen Tricks Ottos altmeisterliches Erbstück ("kein Rokoko-Kokolores") und hinterlässt einen am Boden zerstörten Wattmaler.

Die fünf Freunde machen sich also auf den Weg, sich das wertvolle Gemälde zurückzuholen - und beweisen dabei mehr Kreativität und Improvisationsgabe, als man ihnen zugetraut hätte. Wenn Otto sich in bester Kalauermanier etwa als Kellergeisterjägermeister ins Haus gegenüber des Casinos einschleicht, stellen sich im Publikum auch bald die ersten Lacher ein.

"Topmodel" Sara Nuru an Ottos Seite
Paradebösewicht Sky du Mont kriegt wieder einmal ordentlich sein Fett ab, nicht zuletzt, weil die ausgebeuteten Casino-Angestellten um "Germany's Next Topmodel" Sara Nuru sich ohnehin mit der Zeit auf Ottos Seite schlagen. Ein Wiedersehen gibt es zudem mit einem alten Bekannten aus dem schon lange Jahre so erfolgreichen Universum des ostfriesischen Komikers: dem Reporter Harry Hirsch (gespielt von Olli Dittrich). Dass Otto sich dagegen möglicherweise sogar in irgendeiner Form an George Clooney orientieren könnte, das wäre dann wohl doch zu viel erwartet gewesen. Mal sehen, ob dafür wie beim Original noch "Otto's Twelve" und "Otto's Thirteen" folgen werden...

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