23.01.2021 08:00 |

Telefone laufen heiß

Ärzte durch die späte Online-Anmeldung belastet

Salzburger, die sich für die Covid-Impfung anmelden wollen, müssen bis zum 1. Februar warten. Für die über 80-Jährigen und Risikogruppen haben Hausärzte die Anmeldung bereits angenommen. Nach derzeitigem Stand wird es allerdings nur möglich sein, sich bei Kassen- und nicht bei Wahlärzten impfen zu lassen. 

Mehr als 250 Anmeldungen für die Corona-Impfung hat Robert Ebner, niedergelassener Arzt in der Salzburger Moosstraße, bereits angenommen. „Gerade die über 80-Jährigen sind nicht so online-affin“, so Ebner, der mit den vielen zusätzlichen Telefonaten bereits an die Kapazitätsgrenze in der Praxis kommt. „Wir stemmen das noch. Wenn es in den nächsten Wochen mehr wird und das Alltagsgeschäft beeinträchtigen würde, geht das nicht mehr.“ Er hofft daher, dass sich viele auch über den digitalen Weg anmelden werden. Das wird, wie berichtet, ab dem 1. Februar möglich sein.

Start der Plattform soll beim 1. Februar bleiben
An einen früheren Start der Anmeldeplattform denkt Gesundheitsreferent Christian Stöckl nicht. Er ist überzeugt, dass sich die Anmeldung über die Hausärzte bald einpendeln werde. „Der 1. Februar ist ein klares Datum. Es gibt auch keinen Stress, weil die nötigen Impfdosen mit Ende Februar kommen“, sagt Stöckl. Ändern könnte sich der Start dennoch. Sollten schon im Jänner zusätzliche Impfstoffe – etwa von AstraZeneca – verfügbar sein, „dann geht es vielleicht früher, weil in der Pandemie kann es immer zu Änderungen kommen.“

Wahlärzte sind derzeit nicht berücksichtigt
Die Plattform ist ident mit jener von den Testanmeldungen. Einzig ein Feld wird es zusätzlich geben: Bei diesem muss jeder seinen Haus- oder Vertrauensarzt nennen. Dabei sind derzeit aber nur Kassenärzte vorgesehen und keine Wahlärzte.

Immerhin gibt es alleine in Salzburg 730 Wahlärzte, die zu einer schnellen Durchimpfungsrate beitragen könnten. „Die fehlenden Verordnungen von Bundesminister Anschober lähmen das Impfmanagement. Es werden absolut unnötige Hürden für die Wahlärzte und Verunsicherung für die Patienten aufgebaut. Der Gesundheitsminister nimmt seine noch verbleibenden Bundeskompetenzen im Impfmanagement einfach nicht wahr, und produziert nur Chaos und Ratlosigkeit“, so Sebastian Huber (Neos). Er ist im Zivilberuf Internist in der Landeshauptstadt. Für ihn gehört schnell klargestellt, wie Wahlärzte in den E-Impfpass integriert werden und wie die Abrechnung erfolgen soll. „Auch verstehe ich nicht, warum im Jahr 2021 nicht eine Lösung via App gefunden wurde. Man könnte den E-Impfpass auch via App allen Kollegen zugänglich machen“, fügt Huber hinzu. Einfache Verordnungen sollten für ihn in Pandemiezeiten möglich sein.

Felix Roittner
Felix Roittner
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