Planungsphase läuft:

Open Air als Trumpf im Kultursommer

Die unsichere Pandemie-Situation lässt keinen Schluss zu, ob in ein paar Monaten die oö. Sommertheater „normal“ spielen können. Planen müssen sie aber jetzt schon, einige wechseln vorsorglich zu Open-Air-Bühnen.

„Normalerweise ist es eher ein Risiko, weil man von der Witterung abhängig ist, aber heuer ist es unser Trumpf, dass wir im Freien spielen“, erklärt Nikolaus Büchel, Intendant der Festspiele auf Schloss Tillysburg in St. Florian. Er war einer der wenigen Theaterleiter in Oberösterreich, die auch 2020 im Sommer gespielt haben - vor hundert Leuten: „Wir hatten ein leichtes Minus, das durch die Förderungen gerade so ausgeglichen wurde. Wir sind ohne blaues Auge davongekommen.“ Büchel rechnet auch heuer mit Einschränkungen im Vorstellungsbetrieb.

Die Open-Air-Idee griffen gleich mehrere Sommertheater auf, da es an der frischen Luft seltener zu Ansteckungen kommt und bisher von der Regierung daher die Besucherbeschränkungen hier immer höher angesetzt wurden als in geschlossenen Räumen. So spielt man in Wilhering heuer „Der Revisor“ nicht in, sondern vor der Scheune und arbeitet gerade an einem Bühnenkonzept dafür. Und auch John F. Kutil vom Theater in der Kulturfabrik Helfenberg hat sich vorsorglich für diese Variante entschieden: „Wir haben die Möglichkeit, eine Outdoor-Version von ,Shakespeare in Love‘ vor der Burg Piberstein zu spielen. Das ist in der Nähe der Kulturfabrik, und wir haben dort genügend Platz, auch mit Abständen genauso viele Besucher unterzubringen wie sonst, also 300. Es wird sicher schön, mal draußen zu spielen mit Blick auf die Burg.“ Im ersten Corona-Sommer wurde die Produktion abgesagt, auch heuer rechnet Kutil mit Mehrkosten und rätselt, welche Maßnahmen Pflicht sein werden: „Brauchen die Leute trotzdem einen Test, wenn wir im Freien auf Abstand spielen? Wir beobachten natürlich die Entwicklungen, es bleibt sicher spannend.“

Platzprobleme hat die Theaterzeit Freistadt keine, die Festivalhalle hat 3000 Quadratmeter und ist sehr hoch. Dennoch gibt es neben Plan B auch C und D: „Wir haben viele Leute aus dem Ausland, da wissen wir noch nicht, ob das gehen wird. Wenn nicht, könnte manches virtuell stattfinden“, so Leiterin Susanna Bihari, die strenge Disziplin von den Darstellern verlangt und das „Reintesten“ für eine gute Möglichkeit hält. Auf das Impfen verlässt sie sich nicht: „Das kann ich mir nicht erlauben.“

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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Sonntag, 28. Februar 2021
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