18.01.2021 22:10 |

Wirte zu, kaum Absatz

Corona: Kärntner Schweinebauern in Not

Die Corona-Zeit sorgt durch den Wegfall der Gastronomie als Abnehmer für einen großen Preisverfall, dieAfrikanische Schweinepest in Deutschland ist ein zusätzliches Hindernis für die Schweinebauern.

Ein schmackhaftes Wiener mit Salat - wer hat das nicht schon oft in Restaurants bestellt? Die Verlängerung des Lockdowns war ein Tiefschlag für die Kärntner Schweinebauern, die durch den Wegfall der Gastronomie in große Schwierigkeiten kommen. Der Preisverfall ist massiv. Im Vorjahr hat ein Landwirt für ein Schwein im Schnitt etwa 190 Euro erhalten, jetzt nur noch 140. Die Ferkelproduzenten kriegen statt 90 nur noch 55 Euro.

In Kärnten gibt es 400 Schweinebauern, die größten liefern 5000 Schweine jährlich. Dazu kommt als erschwerendes Hindernis die afrikanische Schweinepest dazu, die in Deutschland bei 500 Wildschweinen entdeckt wurde. Jetzt gibt es für unseren Nachbarn Exportverbote nach China, viel von der Produktion wird daher jetzt auch in Österreich verkauft. Und die Deutschen exportieren zehn Millionen Schweine nach China.

In Österreichs werden pro Jahr fünf Millionen Schweine geschlachtet, in Kärnten 150.000. „Gewinne machen unsere Bauern schon länger nicht mehr, die Spanne ist negativ“, erklärt Franz Augustin von der Landwirtschaftskammer. „Wenn der sinkende Absatz noch lange anhält, wird es existenzgefährdend.“

Österreich darf noch nach China exportieren, ein Teil des Geschäfts wird damit abgefangen. Auch zu Hause wird nun mehr Fleisch verbraucht.

„Da der Lebensmittelhandel im Jahr 2020 ein sattes Plus erzielen konnte, fordere ich einen fairen Anteil an der Wertschöpfung für unsere Landwirte. Der Lebensmittelhandel muss auf heimisches Fleisch setzen und den Bauern bessere Preise zahlen“, so Johann Mößler, der Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten.

Christian Tragner
Christian Tragner
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