DNA entschlüsselt

Dem „Schattenwolf“ auf der Spur

Wissenschaft
14.01.2021 11:17

In der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ sind die Schattenwölfe, im Original Direwolves, magische Geschöpfe. Ihr reales Vorbild ist der Canis dirus, der „Schreckliche Hund“, der noch bis vor 13.000 Jahren Nordamerika durchstreifte. Forscher haben nun die fossile DNA dieser Tiere genauer untersucht. Die Analyse zeigt, dass der Canis dirus nur entfernt mit heutigen Wölfen und Kojoten verwandt ist. Das könnte auch das Rätsel seines Verschwindens erklären.

Der Canis dirus war vor etwa 100.000 Jahren einer der am häufigsten vorkommenden großen Fleischfresser in Amerika, trotzdem war über seine Evolution und sein Aussterben bisher wenig bekannt. Wissenschafter gingen davon aus, dass er eine Art vergrößerter Wolf ist. Die genauere Untersuchung 50.000 Jahre alter Überreste des ausgestorbenen Wolfs mit modernen Methoden fördert aber zutage: Der Canis dirus war nur ein entfernter Cousin des Grauwolfs, schrieben die Forscher im Fachmagazin „Nature“. Die Verwandtschaft ist demnach vergleichbar mit der des Menschen zum Schimpansen.

Canis Dirus im Größenvergleich zum Menschen (Bild: Wikimedia Commons/Erwin S. Christman/NASA/FunkMonk )
Canis Dirus im Größenvergleich zum Menschen

Könnte Verschwinden erklären
Vor rund sechs Millionen Jahren habe sich die Abstammungslinie des Canis dirus von der anderer Wölfe abgespalten. Er konnte sich nicht mit Grauwölfen oder Kojoten vermischen und entwickelte sich daher in „reproduktiver Isolation“. Die entfernte Verwandtschaft könnte das plötzliche Verschwinden des „Schrecklichen Hunds“ vor etwa 10.000 Jahren erklären. Die Forscher vermuten, dass der Canis dirus genetisch schlecht für die neuen Umweltbedingungen am Ende der letzten Eiszeit gerüstet war und deshalb ausstarb - wie Mammuts oder Säbelzahntiger. Sein Cousin, der Wolf, lebt hingegen noch immer.

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