02.01.2021 20:04 |

Erst 46.000 Impfdosen

Corona: Italien verschiebt Öffnung der Skipisten

Die Italiener müssen sich mit dem Skifahren noch gedulden. Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza hat am Samstag eine Verordnung unterzeichnet, mit der die für 7. Jänner geplante Öffnung der Skipisten auf den 18. Jänner verschoben wird. Die Regierung gab damit dem Druck des Wissenschafter-Komitees nach, das das Gesundheitsministerium im Umgang mit der Corona-Pandemie berät. Unterdessen gibt es in Italien Anlaufprobleme bei Corona-Impfungen. So wurden bisher erst rund 46.000 Dosen genutzt.

Die Regierung hatte vor den Weihnachtsfeiertagen eine Anti-Covid-Verordnung beschlossen. Diese sah die Schließung der Skianlagen bis zum 7. Jänner vor. Die Betreiber der Skianlagen und die norditalienischen Regionen fordern mit Nachdruck den Start der Skianlagen. Nach Ende der Weihnachtsfeiertage am 6. Jänner will Italien im Kampf gegen das Coronavirus wieder auf das Ampelsystem zurückgreifen. Dieses sieht die Einstufung der Regionen in drei Risikozonen vor. In den gelben Zonen dürfen - anders als in den beiden anderen Risikogebieten - die Lokale tagsüber wieder öffnen.

Corona-Zahlen gesunken
Die tägliche Zahl der an oder mit Covid-19 Gestorbenen in Italien ist unterdessen wieder gesunken. Die Behörden meldeten am Samstag 364 weitere Menschen, die in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in den vergangenen 24 Stunden gestorben sind. Am Vortag waren es 462 gewesen. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der Pandemie in Italien auf 74.985.

Anlaufprobleme in Italien: Erst 46.000 Impfdosen genutzt
Knapp eine Woche nach dem symbolischen Auftakt der Corona-Impfungen hat Italien offiziell erst etwa 46.000 Dosen verbraucht. Diese Zahl nannte das Gesundheitsministerium Samstagmittag in seiner Online-Statistik. Nach Behördenangaben verfügt das Mittelmeerland, das bisher rund 75.000 Covid-Opfer registrierte, seit Jahresende über knapp 470.000 Dosen des Impfstoffs der Unternehmen Pfizer und Biontech.

Impfärzte und Spitalsmitarbeiter fehlen
Nach dem Auftakt der Immunisierungskampagne vom Sonntag vor einer Woche laufen seit dem 31. Dezember Massenimpfungen. Mehrere Zeitungen berichteten jedoch am Samstag über Schwierigkeiten zum Start. Wie „La Repubblica“ schrieb, fehlte es um den Jahreswechsel an Impfärzten und Mitarbeitern in Krankenhäusern. Viele Dienstpläne seien für „Routinetage“ geplant gewesen und nicht für eine Großaktion. In dem 60-Millionen-Einwohner-Land soll am Beginn der Kampagne besonders das medizinische Personal selbst immunisiert werden.

Unterschiedliche Impfquoten in den Regionen
Das Blatt zitierte den Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri damit, dass in Deutschland zwar deutlich mehr Dosen injiziert worden seien, doch er wolle noch nicht von einer Verzögerung sprechen. Sileri hoffte, dass bis 6. Jänner alle 469.950 Dosen des ersten Wochenplans verabreicht werden könnten. Auffällig ist, dass es große Unterschiede bei den Impf-Quoten zwischen den Regionen gibt: Die reiche Lombardei im Norden des Landes, in der die Corona-Pandemie besonders stark zugeschlagen hat, liegt dabei deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt. Dort waren rund 80.000 Dosen eingetroffen. Bis Samstag kurz vor 14 Uhr waren nach der Statistik aber nur rund 2170 (2,7 Prozent) davon gespritzt worden.

Die Zeitung „Corriere delle Sera“ aus Mailand wies als Grund auch darauf hin, dass die Impfstoffe früher als erwartet eingetroffen seien. Viele Krankenhäuser hätten erst mit dem 4. Jänner als Start ihrer Aktivität geplant. Bisher haben sich in Italien nach Zahlen der Regierung mehr als 2,1 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.

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