Sternsinger unterwegs

Heilige Könige folgen dem Stern mit Abstand

Steiermark
03.01.2021 09:00

Wegen Covid-19: Die Dreikönigsaktion läuft aktuell unter neuen Vorzeichen, in vielen steirischen Pfarren wird auf „Online-Sternsingen“ gesetzt. Ein Lokalaugenschein in Fürstenfeld, wo Hausbesuche möglich sind.

Trotz eng anliegender Maske steigt uns der erhabene, süßlich-harzige Duft der Weihrauchschwaden, die frühmorgens am Fürstenfelder Kirchplatz in der Luft liegen, in die schon kalte Nase. Feierlich schwenkt Heidi Samer den rauchenden Goldkessel - und schon wird es gefühlt wärmer. Die Fürstenfelderin gibt ihrer fünfköpfigen Sternsinger-Gruppe letzte Instruktionen zum veränderten Ablauf der Hilfsaktion; vier von ihnen haben bereits in den vergangenen Jahren ihre Runden durch die oststeirische Stadt gedreht, für die 13-jährige Mira - sie ist in die königliche Rolle des Melchior geschlüpft - ist am Samstag Premiere. Jedoch: „Neuland“ betreten alle fünf, Corona hat heuer seine eigenen, neuen Gesetze.

Vor dem Abmarsch: Hände waschen und desinfizieren. (Bild: © Elmar Gubisch)
Vor dem Abmarsch: Hände waschen und desinfizieren.

Beliebte Tradition soll hochgehalten werden
„Ich freue mich schon sehr darauf, von Haus zu Haus zu gehen. Denn es hilft anderen Kindern, wenn man Spenden sammelt“, strahlt Mira. Mit dabei im sportlichen Team „Heilige Drei Könige“: Eine zweite Mira - sie ist allerdings erst elf Jahre alt und verkörpert Balthasar -, deren Schwester Lora (alias Caspar) und ihr Bruder Noel, der den Segen überbringt. Stolz voran schreitet Sternträger Nico. Begleiterin Heidi Samer ist froh, dass die beliebte Tradition trotz Pandemie in der Pfarre hochgehalten wird: „Viele Leute warten ja schon darauf, dass wir ihnen den Segen bringen.“

Doch noch einmal zurück zum Start: Treffpunkt ist für die Kinder in aller Herrgottsfrühe im Gebäude des Pfarrkindergartens. „Aber mit Mund-Nasen-Schutz, in verschiedenen Räumen und zeitversetzt“, erklärt Pastoralreferent Gerhard Weber die strengen Virus-Sicherheitsmaßnahmen. Der erste Programmpunkt: Umkleiden. Goldene Kronen werden zurechtgerückt, farbenfrohe Umhänge glattgezupft, von der Berufsschule Fürstenfeld handgefertigte Holzkassen (mit Corona-Hygienestiel) geschnappt.

Kluge Idee: Der Spendenkorb ist auf einen Holzstiel gesteckt - damit ist Sicherheit garantiert. (Bild: © Elmar Gubisch)
Kluge Idee: Der Spendenkorb ist auf einen Holzstiel gesteckt - damit ist Sicherheit garantiert.

Trotz Corona: Botschaft von Frieden und Freude
„Sollte jemand kritisieren, dass wir trotz Lockdown marschieren, klären wir auf: Wir bringen die Botschaft von Liebe, Freude und Frieden und sammeln für Menschen, denen es schlecht geht“, gibt Gerhard Weber als Ratschlag den elf Gruppen, die am Samstag losziehen, noch mit auf den Weg.

Familie Stajer und Hund „Xena“ begrüßen die Sternsinger. (Bild: © Elmar Gubisch)
Familie Stajer und Hund „Xena“ begrüßen die Sternsinger.

Von Ablehnung kann bei den ersten Häusern allerdings gar keine Rede sein. Die Heiligen Drei Könige werden herzlich - freilich vor dem Wohnbereich und mit Abstand - willkommen geheißen. Familie Stajer, begleitet von Hund „Xena“ (Katze „Murli“ hält sich dezent im Hintergrund), hat Verständnis, dass das „Singverbot“ eingehalten wird. Segen und Dank gibt es trotzdem: „Wir danken euch für euer Geld, denn es ist für eine bessere Welt.“

Heidi Samer (hinten) und ihre Schützlinge bei Familie Maurer. (Bild: © Elmar Gubisch)
Heidi Samer (hinten) und ihre Schützlinge bei Familie Maurer.

Danach geht es weiter in der Nachbarschaft. Auch wenn man die Kinder gerne zum Aufwärmen in die gute Stube laden würde, kennt auch Familie Maurer die aktuellen Covid-Regeln - und begrüßt Heidi Samer und ihre Schützlinge vor dem Eingang. Deren Gruß stellvertretend für alle Steirer: „Frieden und Gottes Segen im neuen Jahr wünscht die Sternsingerschar!“

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