16.12.2020 16:06 |

Todesstrafe in den USA

Hinrichtungen auf niedrigstem Stand seit 29 Jahren

Die Zahl der Hinrichtungen in den USA hat 2020 den niedrigsten Stand seit 29 Jahren erreicht. In diesem Jahr wurden laut Informationszentrum für die Todesstrafe (DPIC) 17 Häftlinge hingerichtet. Zuletzt wurde diese Zahl 1991 mit 14 Hinrichtungen unterschritten.

Dem DPIC zufolge handelt es sich um eine „Langzeitentwicklung“. Dazu beigetragen hätten unter anderem die Abschaffung der Todesstrafe im Bundesstaat Colorado bzw. die Ernennung mehrerer Gegner der Todesstrafe zu Bundesanwälten. Aber auch die Corona-Pandemie habe eine Rolle gespielt.

Vollstreckungen auf Bundesebene unter Trump intensiviert
Die Anstrengungen der Regierung des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump, kurz vor dem Ende seiner Amtszeit noch möglichst viele Hinrichtungen vollstrecken zu lassen, habe die Zahl maßgeblich erhöht. Erstmals in der Geschichte der USA hätten die Bundesbehörden mehr Vollstreckungen angeordnet als alle US-Bundesstaaten zusammen.

Die Trump-Regierung hatte mit der Tötung des früheren Rechtsextremisten Daniel Lewis Lee im Juli nach 17 Jahren die Hinrichtung auf Bundesebene wieder aufgenommen. Seitdem wurden neun weitere Todeskandidaten hingerichtet, zuletzt in der vergangenen Woche der 2004 für den Mord an seiner zweijährigen Tochter verurteilte Alfred Bourgeois.

Trumps Bruch mit langer US-Tradition
Die amtierende Regierung plant bis zur Vereidigung des neuen demokratischen US-Präsidenten Joe Biden am 20. Jänner noch weitere Hinrichtungen. Lisa Montgomery könnte im Jänner als erste Frau seit 67 Jahren von US-Bundesbehörden hingerichtet werden.

Trump bricht mit den Hinrichtungen nach seiner Wahlniederlage Anfang November mit einer US-Tradition. In den vergangenen 131 Jahren war es in den USA Usus, dass scheidende US-Präsidenten keine Hinrichtungen mehr vollstrecken lassen.

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