01.12.2020 07:09 |

Erfahrungen teilen

Wir wollen endlich auch gute Nachrichten hören!

Die Stimmung in den Wiener Spitälern ist im Keller. Der Corona-Wahnsinn, jeden Tag Tod und Trauer, Stress, eingeschnürt in einen Latex-Kokon, in dem man kaum Luft bekommt. Und im zweiten Lockdown klatscht auch niemand mehr. Gemeinsam mit dem Gesundheitsverbund suchen wir deswegen schöne Geschichten aus den Kliniken.

Beim Wort positiv denkt heute jeder nur noch an Corona-positiv. An Infektion, Krankheit, Fieber, Quarantäne. Selbst schöne Worte sind kontaminiert. Aber es geht auch anders.

„Die Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes haben seit Beginn der Pandemie mehr als 4200 Corona-Patienten betreut. Einige davon über viele Wochen und auf den Intensivstationen“, erklärt Nina Brenner-Küng vom Gesundheitsverbund. „Unsere Leute geben alles. Sie übernehmen freiwillig Zusatzschichten, schieben Überstunden, sogar pensionierte Pflegekräfte und Ärzte kommen zurück, um gemeinsam mit uns gegen die Pandemie zu kämpfen.“

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Unsere Leute geben alles. Sie übernehmen freiwillig Zusatzschichten, schieben Überstunden, sogar pensionierte Pflegekräfte und Ärzte kommen zurück, um gemeinsam mit uns gegen die Pandemie zu kämpfen.

Nina Brenner-Küng, Wiener Gesundheitsverbund

Aber der Kampf gegen Corona zeigt nur kleinste Erfolge. Hat ein Patient überlebt, sterben am selben Tag viele mehr. Stundenlang sind die Mitarbeiter in ihren Schutzausrüstungen gefangen, versorgen auf dem Bauch liegende Kranke, spüren den Unmut der Corona-müden Bevölkerung. Vom Klatschen kann sich keine Pflegekraft und kein Arzt etwas kaufen, aber selbst dieser Beistand ist verstummt.

„Die schönen Momente geben uns Kraft“
Nina Brenner-Küng weiter: „Wir würden uns wünschen, dass gerade vor Weihnachten die schönen Momente mit uns geteilt werden – egal, ob der Grund für den Kontakt mit uns Corona oder ein anderes gesundheitliches Problem war. Das Jahr war sehr anstrengend und es ist noch nicht vorbei. Die schönen Momente geben uns Kraft, lassen uns unsere Arbeit gerne machen.“

Einige Briefe erreichen die Kliniken jetzt schon – Patienten, die überlebt haben, die gut versorgt wurden, die Trost gefunden haben. Machen wir den Helden an der Pandemie-Front eine Freude und erzählen wir mehr solcher Geschichten. Wir alle können sie brauchen.

Mails an wien@kronenzeitung.at. Briefe an „Kronen Zeitung“, Wien-Redaktion, Muthgasse 2, 1190 Wien.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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