18.11.2020 09:31 |

Zum Hausmann mutiert

Clooney schwärmt von seinem Leben mit Ehefrau Amal

„Ich hatte keine Ahnung, was mir zu einem erfüllten Leben fehlt - bis ich Amal getroffen habe.“ In einem neuen Interview mit dem „GQ“ wird George Clooney persönlich. Er enthüllt, dass er sich eigentlich schon mit dem Status des ewigen Junggesellen abgefunden hatte: „Ich wollte niemals mehr heiraten oder Kinder haben. Ich wollte nur arbeiten und mein Leben mit meinen Freunden voll genießen. Und dann hat Amal alles über den Haufen geworfen.“ Denn es war die britische Menschenrechts-Anwältin, die den Oscargewinner erkennen ließ, „dass ich diese riesige Leere in mir trug“.

Die Ehe hat den 59-Jährigen verändert. Und das für ihn im besten Sinne. Denn zum ersten Mal befindet sich Clooney in einer Situation, in der „mir das Leben eines anderen unendlich mehr wert ist als mein eigenes“. Damit meint er nicht nur Amal, sondern auch seine Zwillinge Ella und Alexander („zwei kleine Wesen, die gefüttert werden müssen“), die im Juli 2017 zur Welt kamen. An diese dachte der Star auch, als er im Sommer 2018 nach einem Motorradunfall nur knapp mit dem Leben davon kam: „Das Auto hat mir den Weg abgeschnitten und ich bin durch die Luft geflogen. Dabei schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass es das jetzt für mich war und ich meine Kids nie wieder sehen würde.“

Zum Glück landete er auf seinen Händen und Knien, „das einzige von 100 möglichen Szenarien, das nicht mein Ende bedeutet hat“. Dennoch wurde er durch die Wucht des Aufpralls ohnmächtig. Als Clooney zu sich kam, glaubte er zuerst, dass er sich alle Zähne ausgeschlagen hatte: „Doch das entpuppte sich als zerbrochenes Glas der Windschutzscheibe.“

Zum Hausmann mutiert
So wie die meisten haben Clooney und seine Familie seit Ausbruch der Pandemie kaum ihr Anwesen in London verlassen. Was für George heißt, dass er zum Hausmann mutiert ist: „Ich sauge, mache die Wäsche und säubere das Geschirr jeden Tag. Ich fühle mich wie meine Mutter anno 1964. Jetzt kann ich nachvollziehen, warum sie ihren BH verbrannt hat.“ Der Promi-Papa hat auch ein neues Talent entdeckt: „Ich schneide meinen Kids die Haare. Topfschnitt. So gut, dass ich es selbst bei mir gemacht habe.“

Was Clooney am meisten in Coronazeiten vermisst: „Es bringt mich um, dass ich weder zu Konzerten von Bruce Springsteen noch U2 gehen kann. Aber mir ist schon bewusst, dass viele Menschen gerade weitaus größere Probleme haben.“

George Clooney verschenkte Geld
George Clooney erklärt in dem Interview auch, warum er im Jahr 2013 Millionen Dollar an seine Freunde verschenkt hat. Der „Monuments Men“-Star überwies damals 14 seiner engsten Freunde jeweils eine ganze Million Dollar. Die Summe, so Clooney, sei ein Dankeschön dafür, dass seine Kumpels in guten wie in schlechten Zeiten für ihn da waren.

Clooney: „Amal und ich hatten uns gerade getroffen, aber wir gingen noch nicht miteinander aus. Ich war Single. Wir wurden alle älter. Ich war 52 oder so. Und die meisten meiner Freunde sind älter als ich. Bei ,Gravity‘ wollten sie uns nicht bezahlen, also gaben sie uns Prozente am Film, denn sie dachten es wird ein Flop, aber dann wurde es ein ziemlich guter Deal. Und ich dachte mir, ich habe diese Leute, die mir über einen Zeitraum von 35 Jahren immer wieder geholfen haben. Ich habe auf ihren Sofas geschlafen, wenn ich pleite war. Sie haben mir Geld geliehen, wenn ich pleite war. Sie halfen mir immer, wenn ich Hilfe brauchte. Und ich habe ihnen über die Jahre geholfen. Wir sind alle gute Freunde.“

Nicht alle Menschen im Umfeld des Schauspielers konnten seine Großzügigkeit jedoch verstehen. Clooney erinnert sich: „Ich sprach mit diesem reichen A***, der ein Hotel in Las Vegas hatte - auf jeden Fall reicher als ich. Ich erinnere mich, dass die Story gerade draußen war und er sagte nur, warum tust du das? Und ich sagte nur, warum tust du es nicht, du Idiot?“

Sohn platzt ins Interview
In das Interview, das via Zoom geführt wurde, platzte übrigens George Clooneys dreijähriger Sohn Alexander hinein, verriet „GQ“-Ressortleiter Zach Baron. Clooney begrüßte den aufgeweckten Buben: „Oh, hey! Hier ist Alexander. Hier ist mein Sohn. Komm her! Sag hallo! Sag hallo! Sag ,Hi, Zach!‘“

Dann habe Clooney Alexander genauer angeschaut und ihn ermahnt: „Du hast Schokolade im Gesicht. Weißt du das? Was ist das? Hattest du Schokolade?“ Alexander antwortete flapsig mit einem: „Yeah“ , was seinen Vater veranlasst habe zu sagen: „Yeah? Hast du? He, Alexander? Lass mich mal sehen. Wie alt bist du jetzt - 15?“ 

Worauf der Kleine geantwortet habe: „Drei, weil ich Geburtstag habe.“ Die kleine Plaudertasche spricht auch bereits Italienisch. Als Clooney seinen Sohn aufforderte, etwas auf Italienisch zu sagen, sagte dieser: „Molto caldo“, „sehr heiß“. 

Der Schauspieler und die britisch-libanesische Anwältin Amal sind seit 2014 verheiratet. Das Paar hatte seine Hochzeit in Venedig gefeiert. Die Zwillinge Ella und Alexander kamen drei Jahre später im Juni 2017 zur Welt. 

Einst begehrtester Junggeselle
Vor der Hochzeit galt Clooney lange als einer der begehrtesten Junggesellen der Welt. Er ist einer der bestbezahlten Schauspieler der US-Filmbranche, spielte in Dutzenden Filmen mit, ist Produzent, Drehbuchautor, Regisseur und macht seit Jahren auch mit seinem politischen Engagement Schlagzeilen. So kämpft er gegen den Klimawandel, sammelte Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti und fuhr mehrfach in die Krisenregion Sudan, wo er gegen Menschenrechtsverletzungen protestierte.

Dieses Engagement verbindet ihn auch mit seiner Frau Amal. Die aus dem Libanon stammende Menschenrechtsanwältin macht sich seit Längerem in der Flüchtlingshilfe stark. Gemeinsam mit ihrem Mann engagiert sie sich in der Hilfsorganisation International Rescue Committee.

Ihre Eltern waren während des libanesischen Bürgerkriegs mit ihr nach Großbritannien ausgewandert. Die mehrsprachige Clooney gilt als international renommierte Juristin. Sie vertrat unter anderem WikiLeaks-Gründer Julian Assange sowie die ukrainische Politikerin Julia Timoschenko und arbeitete für Kofi Annan, als dieser UNO-Generalsekretär war. Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte plädierte sie dafür, die Verfolgung der Armenier 1915 als Völkermord zu bezeichnen. Aufsehen erregte sie auch, als sie eine junge Irakerin vertrat, die aus der Gefangenschaft der Terrormiliz IS fliehen konnte und über ein Sonderprogramm in Deutschland Zuflucht fand.

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