16.11.2020 14:48 |

IHS-Chef Kocher:

„Schäden für Wirtschaft ohne Lockdown noch größer“

Trotz Milliarden an Staatshilfen kommen mit dem zweiten Lockdown erneut erhebliche Schäden auf die heimische Volkswirtschaft zu. Die genauen Folgen seien zwar noch nicht abschätzbar, der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Martin Kocher, schätzt jedoch, dass die Kosten rund eine bis 1,5 Milliarden Euro pro Woche ausmachen könnten. Ohne Lockdown wären die Schäden aber noch größer, so der Ökonom..

„Die Alternativen sind schlechter als das, was jetzt passiert“, sagte Kocher im Ö1-„Mittagsjournal“.

„Regierung hat noch Spielraum im Budgetrahmen“
Die Regierung habe derzeit zum Glück noch Spielraum im Budgetrahmen für weitere Maßnahmen, da für die bisherigen Coronahilfen mehr budgetiert als bisher ausgezahlt wurde. Sollte es aber im Verlauf der Krise zu weiteren Lockdowns kommen, würde das budgetär „sehr, sehr schwierig“ werden, so der IHS-Chef. Eine wichtige Rolle spiele auch, wie der Umsatz-Ersatz genau ausgestaltet sein werde. „Das wissen wir noch nicht genau“, so Kocher.

„Schaden geringer als im Frühjahr“
Der Schaden aus dem zweiten Lockdown werde insgesamt geringer ausfallen als im Frühling, schätzt der Ökonom. Damals belief er sich auf rund 2 Mrd. Euro pro Woche. Da es nun aber keine Ausfälle in der Produktion oder im Bau geben werde, dürften die Kosten für den November-Shutdown geringer ausfallen. Rund ein bis 1,5 Milliarden Euro Schaden pro Woche seien wahrscheinlich.

Ohne einen Lockdown würde der volkswirtschaftliche Schaden aber noch größer ausfallen, so Kocher. Denn dann wäre die wirtschaftliche Aktivität bei anhaltend hohen Infektionsraten wohl über Monate hinweg zurückgegangen. „Die Hoffnung ist jetzt aus meiner Sicht, dass dieser schärfere Lockdown die Infektionsraten nach unten bringt, wir danach gelernt haben, dass sie nicht mehr so schnell steigen und damit wirtschaftliche Aktivität wieder möglich ist. Dann ist es auch wirtschaftlich verkraftbar und es hat sich ausgezahlt, diese Kosten auf sich zu nehmen“, sagte Kocher.

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