03.11.2020 15:34 |

Sinnsuche

Jobs, die gefragt sind und glücklich machen

Viel Geld auf dem Konto, auf der Karriereleiter ganz oben und jedes Jahr etliche Wochen im Ausland. Was für die meisten vor ein paar Jahren noch nach dem absoluten Jackpot in Sachen Job geklungen hat, ist heute für viele nicht mehr denkbar. 

Denn mit einer Führungsposition in einem Unternehmen oder einer Gehaltserhöhung sind oft auch Schattenseiten verbunden: Ein Berg an Überstunden, keine Zeit mehr für Familie, Freunde und Hobbys oder erste gesundheitliche Risiken zum Beispiel. Vor allem die Generation Y, das sind jene, die zwischen 1980 und den späten 1990ern geboren sind, will da nicht mehr mitmachen. Laut dem Salzburger Zukunftsforscher Reinhold Popp steht für diese Menschen eine möglichst harmonische Balance zwischen Arbeit, Familie und Freizeit ganz oben auf der Wunschliste.

Natürlich zählt nach wie vor ein angemessener Verdienst, doch Faktoren wie ein gutes Arbeitsklima, Spaß an der Tätigkeit und Selbstverwirklichung spielen nun die Hauptrollen. Hierzu gehört auch, dass es für Arbeitnehmer immer wichtiger wird, sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren zu können, dasselbe Wertegefüge zu teilen und vor allem: einen Sinn in dem zu sehen, was sie tun. Sinnstiftende Jobs, die die Gemeinschaft stärken, die Gesellschaft positiv beeinflussen, die Erde schützen oder einen anderen essenziellen Beitrag zu einer besseren Zukunft leisten, liegen daher im Trend. Im Folgenden stellen wir acht Berufe vor, die glücklich machen und gefragt sind.

Arzt
Wenn es darum geht, dem Leben einen Sinn zu geben und anderen zu helfen, steht dieser Job seit jeher hoch im Kurs. Kein Wunder, denn nirgendwo sonst sind Sie näher am Menschen dran. Um zu wenige, offene Stellen müssen Sie sich ebenfalls keine Gedanken machen - im Gegenteil: Profis werden in Krankenhäusern und Ordinationen stets gesucht. Vor allem in ländlichen Gebieten ist die Situation inzwischen sogar prekär: So blieben in Österreich etwa laut der Österreichischen Ärztekammer 2019 68 Kassenstellen für Allgemeinmedizin unbesetzt, viele weitere Ärzte erreichen demnächst ihr Pensionsalter. Als Arzt genießen Sie in der Gesellschaft zudem nach wie vor großes Ansehen und dürfen sich auf ein hervorragendes Gehalt freuen. Sie sollten jedoch berücksichtigen, dass mit einer solchen Position viel Verantwortung einhergeht - nicht jeder Mensch ist dem gewachsen. Wer als Arzt tätig sein möchte, muss außerdem ein jahrelanges Studium auf sich nehmen, das interessant sein kann, aber auch viel Zeit und Durchhaltevermögen in Anspruch nimmt.

Fachsozialbetreuer Altenarbeit & Behindertenarbeit
Eine weitere Sparte, die genau so viel Dankbarkeit und Sinn verspricht, aber mit kürzeren Ausbildungswegen verbunden ist, ist jene der Fachsozialbetreuer - zum Beispiel in den Bereichen Altenarbeit und Behindertenarbeit. Weil es in unserer Gesellschaft immer mehr ältere Menschen gibt, die im Alltag auf fremde Hilfe angewiesen sind, sind auch hier die Chancen am Arbeitsmarkt vielversprechend. Speziell die Arbeit mit beeinträchtigten Menschen, die die Welt oft mit ganz anderen Augen sehen, kann bereichernd sein und den eigenen Horizont erweitern. Umgekehrt tragen Sie als Fachsozialbetreuer dazu bei, dass sich diese Personen gut in der Gesellschaft aufgehoben fühlen. Wenige Jahre an einer Schule für Gesundheits- und Sozialberufe reichen bereits aus, um in diesem Bereich Fuß zu fassen. Aber auch diese Tätigkeit sollte nicht unterschätzt werden: Die Arbeit mit körperlich oder geistig beeinträchtigen Menschen kann fordernd sein.

Hebamme
Ganz am Anfang eines jeden Lebens steht die Geburt - und bei der sind Sie als Hebamme hautnah dabei. Der erste Schrei eines neuen Erdenbürgers, die strahlenden Augen der Eltern - all das kann äußerst erfüllend und erquickend sein. Nicht jede Geburt verläuft aber ohne Komplikationen, manchmal kann es sogar sein, dass das Kind dabei stirbt. Die Arbeit als Hebamme kann daher sehr kräfteraubend sein und sollte nur von Personen ausgeführt werden, die sich gut in andere hineinfühlen können, aber auch die Fähigkeit besitzen, negative Aspekte der beruflichen Tätigkeit nicht mit nach Hause zu nehmen. Psychohygiene lautet also das Stichwort. Um Hebamme zu werden, ist mittlerweile ein Bachelorstudium nötig.

Psychotherapeut
Die Welt verändert sich - ständig und überall. Und damit tauchen auch immer wieder Probleme auf, denen wir Menschen nicht gewachsen sind. Während die einen ein dickes Fell haben und wendig wie ein Fisch sind, holen sich andere wertvolle Unterstützung. Hier kommen Psychotherapeuten ins Spiel. Sie stehen Hilfesuchenden mit Rat und Tat zur Seite und begleiten sie durch alle Krisen. Dass dieser Job gefragter denn je ist, zeigt die aktuelle Entwicklung rund um das Coronavirus: Selten haben sich Menschen so einsam und überfordert gefühlt und klopfen vermehrt bei Psychotherapeuten an. Auch bei diesem Job gilt: Nur, wer selbst stark genug ist, kann Stärke weitergeben. Wem dies allerdings gelingt, der kann in diesem Beruf äußerst sinnstiftende Momente erleben. In Österreich setzt sich die Ausbildung zum Psychotherapeuten aus dem Propädeutikum und dem Fachspezifikum zusammen.

Agrarwissenschaftler/Landwirt
Die Weltbevölkerung wächst, das Klima verändert sich und vielerorts haben Menschen zu wenig zu essen. Einen aktiven Beitrag zur Verbesserung dieser Situation kann man als Agrarwissenschaftler oder Landwirt leisten. Nicht nur in der jeweiligen Heimatregion sind diese Berufe gefragt, um die Versorgung zu sichern, sondern auch in internationalen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Agrarwissenschaftler und Landwirte beschäftigen sich dort zum Beispiel mit der Frage, wie man in klimatisch schwierigen Gegenden Pflanzen anbauen kann, bringen der Bevölkerung bessere Anbaumethoden bei oder experimentieren mit neuen Gerätschaften. Bereits wenige Jahre an einer landwirtschaftlichen Schule reichen aus, um in diesem Feld tätig zu sein. Wichtige Voraussetzungen sind nicht nur das Interesse an vielschichtigen Kreisläufen, Tieren und Pflanzen, sondern auch körperliche Fähigkeiten sowie Organisationstalent.

Jurist
Wer einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit hat, der ist im juristischen Bereich gut aufgehoben. Egal, ob Anwalt oder sogar Richter - in dieser Sparte sorgen Sie dafür, dass Gesetze eingehalten werden und keiner ungerecht behandelt wird. Notwendig hierfür sind ein Studium der Rechtswissenschaften sowie staatliche Prüfungen. Wer diesen Weg einschlagen möchte, sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass das Beherrschen vieler unterschiedlicher Gesetze und Paragraphen Teil des Lehrstoffes ist und hierbei Genauigkeit und Organisationstalent essenziell sind. Die Jobaussichten sind dafür ausgezeichnet, denn da die Gesellschaft immer neue Regeln hervorbringt, brauchen auch immer mehr Menschen die Hilfe kundiger Juristen. Die Branche selbst hat sich zunehmend verändert: Gab es vor einigen Jahrzehnten noch vordergründig Einzelanwälte, so wird heute mehr denn je in Praxisgemeinschaften ans Werk gegangen. Teamfähigkeit ist also gefragt.

Lehrer
Ein erfüllender Beruf kann jener des Lehrers sein. Wer gut mit Kindern umgehen kann, wissbegierig ist und ein Talent dafür hat, Konflikte zu schlichten, kann sich in diesem Job gut einbringen. Bei dieser Tätigkeit begleiten Sie Kinder wie kaum jemand anderer auf ihrem individuellen Weg zum Erwachsen-Sein, bringen ihnen Wissen und Umgangsformen bei, bilden und erziehen sie. Die Schattenseiten: Buben und Mädchen leiden heutzutage immer mehr an Aufmerksamkeitsdefiziten oder Konzentrationsschwächen, wodurch es mühsam sein kann, sie zu motivieren. Außerdem sollten Sie eine interkulturelle Kompetenz mitbringen, da Sie in der heutigen, globalisierten Welt bereits im schulischen Bereich auf unterschiedliche Kulturen stoßen werden. Wer Lehrer werden möchte, schreibt sich an der Universität für das passende Studium ein.

Architekten
Menschen, die gerne gestalten und designen, können sich in der Architektur selbst verwirklichen. Es kann nicht nur sinnstiftend sein, Räume der Zukunft zu kreieren, sondern auch die herausfordernde Aufgabe zu meistern, leerstehenden Gebäuden eine tolle Nachnutzung auf den Leib zu schneidern. Damit wirken Sie auch dem prekären Flächenverbrauch entgegen und werden so zum Umweltschützer. Die wichtigsten Voraussetzungen: ein ausgeprägtes Verständnis für Formen und Farben, mathematisches Talent, Genauigkeit und Fantasie. Die Schattenseiten: Nicht immer sind es futuristisch-moderne Gebäude oder geschichtlich interessante Bauten, mit denen Sie zu tun haben werden. Der Weg zum Architekten führt klassisch über ein Architekturstudium.

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