26.10.2020 06:00 |

Drei große Highlights

Der Krise trotzen: Pandemiekonzerte im Wiener WUK

Veranstalten und Konzerte besuchen ist derzeit alles andere als einfach. In Wien gibt es aber immer mehr kreative und zukunftsträchtige Lösungen, wie man die Musikkultur auch in Zeiten der Corona-Pandemie am Leben erhalten kann. So ruft das WUK die Konzertreihe „The Bad Seats“ ein - und lässt einheimischen Künstlern das Rampenlicht.

Ja, es wird schwer so ganz ohne Bier. Und ja, die Maske auch im Sitzen aufzubehalten erfordert ein gehöriges Maß an Disziplin - aber besser als nichts. Die von den Corona-Maßnahmen stark gebeutelte Musikszene lässt sich nicht unterkriegen und bietet weiterhin tolle Konzerte an. Ob im Fluc, bei den diversen Lokalen am Gürtel oder in der Arena - trotz der prekären Lage finden die Veranstalter mit viel Flexibilität und Einsatz Möglichkeiten, das brachliegende Kulturleben nicht ganz sterben zu lassen. So auch das Wiener WUK, das die Pandemie-Konzertreihe „The Bad Seats“ ins Leben gerufen hat, um auch im schwierigen Herbst für musikalische Stimmung zu sorgen.

KI-Popsound
Manu Delago, die Dives, Pure Chloreine und Little Element begeisterten in den letzten Tagen, diese Woche folgen gleich drei große Highlights. Den Beginn macht am Donnerstag, 29. Oktober, Lucy Dreams. Lucy ist eine Audio-KI, erfunden und geformt von den Produzenten dp. Als virtuelles Gegenüber und helfende Hand in der Musikproduktion signalisierte Lucy von Beginn an durch immer intensivere digitale Sehnsucht, dass ein Bit-Genie mehr will, als nur mit Zahlen zu jonglieren. Also wurde sie mit Klängen von Kraftwerk, Mozart und Pink Floyd gefüttert, mit denen sie einzigartige Reisen durch Sound und Zeit zu machen scheint, endlose Träume träumt und einen farbenfrohen Marsch der Melodien beschreitet. Im WUK werden erstmals Songs der im November erscheinenden EP zu hören sein.

Am 30. Oktober präsentieren die Wiener Durchstarter ihr national und international gefeiertes Zweitwerk „Zerstreuen über euch“. Die besungenen Themen kreisen stets um Macht, Liebe und Widerstand. Die von Sophie Löw verfassten Texte wollen kein neoliberales "female empowerment", sie sagen dem Publikum nicht, dass Frauen super sind und alles schaffen können. Sie wollen vielmehr einen Raum in und außerhalb der deutschsprachigen Popmusikszene schaffen, in dem kollektive Erfahrungen von Frauen im Patriarchat, das sie stets unterdrückt, an ihren Platz verweist und zum Schweigen bringen will, künstlerisch verarbeitet und gemeinsam verhandelt werden.

Persönlich und intensiv
Den Abschluss des Wochenreigens macht am 31. Oktober Paul Plut. Auf seinem Album-Debüt „Lieder vom Tanzen und Sterben“ präsentierte der Steirer düsteren Dialekt-Gospel zwischen Fliegen und Fallen, Stillstand und Ekstase, Tanz und Tod. Mit seiner Deutschpop-Band Viech und der Bluesrock-Formation Marta hat sich Plut in der österreichischen und süddeutschen Musiklandschaft schon über mehrere Jahre verdient gemacht. Im Alleingang zelebriert er Reduktion und überrascht mit großer Intimität. Insgesamt zehn „Lieder vom Tanzen und Sterben“ bilden den finsteren Reigen, der stetig in den Abgrund führt. Es folgten mehr als 60, großteils ausverkaufte Konzerte.

Infos und Tickets
Alle weiteren Infos und Karten (so noch vorhanden) finden Sie unter www.wuk.at oder auf www.oeticket.com

Robert Fröwein
Robert Fröwein
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