19.10.2020 15:55 |

Daten reichen nun aus

Österreich leuchtet auf EU-Corona-Ampel in Rot

Die EU-weite Corona-Ampel hat für Österreich auf Rot geschaltet: Ganz Österreich wird von der EU-Gesundheitsagentur ECDC auf der Karte zur Infektionslage in der EU mit der höchsten Warnstufe belegt. ECDC hatte am vergangenen Donnerstag erstmals eine Europa-Karte veröffentlicht, auf denen Regionen je nach Infektionslage grün, orange oder rot markiert sind. Österreich erschien dort ebenso wie Deutschland zuerst grau, weil keine Daten zur Zahl der durchgeführten Corona-Tests vorlagen.

Auf die Ampel-Karte hatte sich am vergangenen Dienstag eine Mehrheit der EU-Staaten geeinigt. So sollen sich einerseits EU-Bürger im Internet über die Corona-Lage in Europa informieren können, andererseits soll sie zur Koordinierung von Reisebeschränkungen dienen. Österreich enthielt sich dabei unter anderem wegen mangelnder Differenzierung. „Wenn alle Regionen rot sind, ist keine differenzierte Einschätzung mehr möglich“, hatte Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) gesagt. Tatsächlich leuchten auf der Ampel-Karte derzeit die meisten Länder der EU in Rot.

Einheitliche Standards für orange oder rote Gebiete blieben aus
Einzelne Regionen wie etwa Teile Norwegens und Finnlands, Griechenlands, Süditaliens und Deutschlands werden als Grün eingestuft. Für grüne Gebiete mit wenigen Infektionen sollen laut der Empfehlung des EU-Rates künftig keine Einreiseverbote mehr verhängt werden. Gemeinsame Standards für Reisende aus stärker betroffenen - also orange oder rot markierten - Regionen sind jedoch nicht vorgesehen. Ebenso wenig gibt es einheitliche Kriterien für Quarantäne- und Testpflichten. Auch ist die Empfehlung nicht bindend.

Entscheidend sind die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner
Grundlage der Hauptkarte ist die Zahl der neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen - die sogenannte 14-Tage-Inzidenz -, dazu kommen die Quote positiver Tests sowie die Anzahl durchgeführter Tests pro 100.000 Einwohner. Die EU-Gesundheitsagentur will die Grafiken eigenen Angaben zufolge jeden Donnerstag auf Grundlage der nationalen Daten aktualisieren.

Bei Inzidenz ab 50 oder hoher Positivrate folgt Rot-Stufung
Grüne Regionen sind Gebiete, in denen die 14-Tage-Inzidenz unter 25 und die Rate positiver Tests unter vier Prozent liegt. Orange sind Regionen, in denen die Inzidenz unter 50, die Rate positiver Tests aber bei vier Prozent oder darüber liegt. Ebenfalls orange sind Regionen, in denen die Inzidenz zwischen 25 und 150 Fällen liegt, die Rate positiver Tests aber unter vier Prozent. Bei einer 14-Tage-Inzidenz ab 50 sowie einer Positivrate ab vier Prozent werden Regionen rot markiert - oder bei einer Inzidenz höher als 150. Zudem gibt es graue Regionen mit unzureichenden Daten.

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