17.10.2020 12:06 |

Corona-Zahlen steigen

Merkel-Appell: „Bleiben Sie, wenn möglich, daheim“

Angesichts der drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen - das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldete am Samstag den dritten Tag in Folge ein jeweils neues Allzeithoch für Deutschland - hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Reise- und Kontaktbeschränkungen aufgerufen. „Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort“, appellierte sie am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast (siehe oben) an ihre Landsleute. Der vergleichsweise entspannte Sommer sei vorbei, schwierige Monate stünden bevor, so die Kanzlerin.

Merkel rief ihre Mitbürger in Deutschland auf, ihre Kontakte außerhalb der Familie deutlich einzuschränken und auf alle Reisen zu verzichten, die nicht zwingend notwendig sind. „Spätestens seit dieser Woche wissen wir: Wir sind jetzt in einer sehr ernsten Phase der Corona-Pandemie“, warnte sie. „Die Pandemie breitet sich wieder rapide aus, schneller noch als zu Beginn vor mehr als einem halben Jahr.“ Nun zähle jeder Tag. In dieser Lage reiche es nicht mehr aus, Abstand zu halten und Maske zu tragen, so die Kanzlerin.

„Wir müssen jetzt noch weiter gehen. Die Wissenschaft sagt uns klar: Die Ausbreitung des Virus hängt direkt an der Zahl der Kontakte, der Begegnungen, die jeder von uns hat“, sagte Merkel. Wenn jeder seine Begegnungen außerhalb der eigenen Familie eine Zeit lang deutlich verringere, dann könne es gelingen, den Trend zu immer mehr Infektionen zu stoppen und umzukehren. „Genau das ist heute mein Appell an Sie: Treffen Sie sich mit deutlich weniger Menschen, ob außerhalb oder zu Hause.“

Schwierige Monate stehen bevor
Der vergleichsweise entspannte Sommer sei vorbei, nun stünden schwierige Monate bevor. „Wie der Winter wird, wie unser Weihnachten wird, das entscheidet sich in diesen kommenden Tagen und Wochen. Das entscheiden wir alle durch unser Handeln“, mahnte Merkel. „Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Dabei zählt jetzt jeder Tag.“

Sie wisse, dass der Verzicht auf Reisen und Kontakte eine harte Einschränkung sei, sagte Merkel. „Aber wir müssen ihn nur zeitweilig leisten und wir leisten ihn letztlich für uns selbst: Für die eigene Gesundheit und die all derer, denen wir eine Erkrankung ersparen können“. Es gehe darum, dass das Gesundheitswesen nicht überfordert werde, Schulen und Kindertagesstätten geöffnet blieben und die Wirtschaft am Laufen gehalten werde.

Rücksicht und Vernunft „nötiger denn je“
Deutschland sei bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen, weil die Menschen zusammengehalten und die Regeln aus Rücksicht und Vernunft befolgt hätten. „Das ist das wirksamste Mittel, das wir zurzeit gegen die Pandemie haben. Jetzt ist es nötiger denn je“, erklärte Merkel. Sie liegt damit auf einer Linie mit Innenminister Karl Nehammer (Bild oben), der am Samstag ebenfalls erklärte, Eigenverantwortung und Rücksicht müssten jetzt „oberste Prämisse“ sein.

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