08.10.2020 20:12 |

Kein Bier im Norden

Weitere Pub-Schließungen in Großbritannien geplant

Nach den Schotten werden nun möglicherweise auch viele Engländer wegen der Corona-Pandemie auf ihr Glas Bier im Pub verzichten müssen. In den am schlimmsten betroffenen Regionen im nördlichen England könnte von nächster Woche an kein Bier mehr aus den Zapfhähnen fließen, berichteten britische Medien am Donnerstag. Demnach sollen Pubs, Restaurants und Hotels dort geschlossen werden.

Im Großbritannien wurden inzwischen bereits mehr als 560.000 Corona-Infektionen nachgewiesen. Am Donnerstag wurden mehr als 17.500 Ansteckungen in den vergangenen 24 Stunden registriert - so viel wie nie zuvor. Teils könnte der Anstieg aber auch auf den vermehrten Einsatz von Tests zurückzuführen sein, hieß es.

„Gefährlicher Zeitpunkt“ in der Pandemie
Gesundheitsminister Matt Hancock sprach von einem „gefährlichen Zeitpunkt“ des Pandemie-Verlaufs. Mit etwa 58.000 Todesfällen ist Großbritannien das am schlimmsten betroffene Land in Europa. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet. In Großbritannien verhängt jeder Landesteil seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Schottland hat die Regeln bereits verschärft. Dort dürfen Pubs und Restaurants wegen steigender Infektionszahlen von Samstag an für etwa zwei Wochen keinen Alkohol ausschenken. 

Keine einheitlichen Maßnahmen auf der Insel
In England sollen Risikogebiete künftig nach einheitlichen Kriterien bewertet und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Statistiken zufolge verzeichnen vor allem ärmere Gebiete etwa in Manchester und Liverpool hohe Infektionszahlen. Kritiker prangern die Maßnahmen bisher als völlig uneinheitlich an. Premierminister Boris Johnson selbst hatte in Interviews den Überblick verloren und teils falsche Angaben gemacht.

Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf den Ausbruch reagiert zu haben. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS gilt als unterfinanziert und marode. 

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