23.09.2020 13:02 |

Zählt zu Risikogruppe

Papst küsst bei Audienz Handflächen - trotz Corona

Eigentlich zählt der Papst aufgrund seines Alters und seiner angeschlagenen Lunge zur Hochrisikogruppe, was das Coronavirus betrifft. Doch der Pontifex dürfte offenbar mehr auf Gott als auf Hygienemaßnahmen vertrauen, um eine Ansteckung zu verhindern: Denn der 83-Jährige küsste am Mittwoch fünf Neupriestern die Innenflächen - obwohl er diese während der Pandemie ja nicht einmal schütteln sollte.

Nach einer halbjährigen Pause wegen der Pandemie hält der Papst seit Anfang September seine wöchentlichen Generalaudienzen wieder mit Publikum ab. Die Besucher müssen zwar Mund-Nasen-Schutz tragen, insbesondere bei der Begrüßung von Pilgern am Anfang und Ende der Veranstaltung im Hof des Apostolischen Palastes werden Abstandsregeln aber praktisch nicht eingehalten.

Der Papst ist wegen seiner eingeschränkten Lungenfunktion stark gefährdet - dennoch begrüßte er bei der Audienz die ihm vorgestellten neu geweihten jungen Männer, indem er ihnen jeweils beide Handinnenflächen küsste, wie Kathpress berichtete.

Papst forderte auf, mehr aus die Schwachen zu hören
Bei dem Termin im Vatikan forderte er staatliche Hilfen in der Corona-Krise und zugleich eine Mitbestimmung der betreffenden Gruppen. Derzeit höre man mehr auf die Mächtigen als auf die Schwachen. Allein von oben nach unten gerichtete Maßnahmen seien nicht der richtige Weg, sagte er. Jeder müsse die Möglichkeit haben, seine Verantwortung wahrzunehmen. Entweder gebe es eine Zusammenarbeit aller, „oder es wird nicht funktionieren“. Nötig sei ein echter Wandel, nicht nur „ein paar Pinselstriche“.

Franziskus beklagte einen Mangel an Subsidiarität, einer Einbeziehung untergeordneter Ebenen. Ohne gesellschaftliche Teilhabe und den Beitrag von Familien, Vereinigungen, Kooperativen und kleinen Unternehmen gebe es keine wirkliche Solidarität. Auch gelte es, den Beitrag von einfachen Arbeitern und Randgruppen wie Behinderten und Armen zu würdigen, betonte der Papst.

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