18.09.2020 14:28 |

Im Rauris ausgebüxt

Steinadler von Himmelbauer-Töchtern eingefangen

Ein ausgebüxter Steinadler hat am Donnerstag direkt neben den drei Töchtern des Almgasthauses Himmelbauer in Obervellach eine Henne gerissen. Die couragierten Frauen wollten ihn verscheuchen, da er von der Henne nicht ablassen wollte, wurde kurzerhand eine Wanne über den Greifvogel gestülpt. Der Adler wurde im Hühnergehege gesichert und die Polizei verständigt. Wie sich herausstellte, war der Vogel im Rauris (Salzburg) einem Falkner ausgebüxt, der nicht mehr damit gerechnet hatte, seinen wertvollen Greifvogel wiederzufinden.

„Der Steinadler kam im Sturzflug auf eine unserer Hennen zu, schnappte diese und ließ sie nicht mehr los“, berichtet Annika Schachner (28), eine der drei Töchter vom Almgasthof Himmelbauer in Obervellach. Die drei Frauen wollten den Vogel verscheuchen, der ließ sich aber nicht beeindrucken. Deshalb wurde eine weiße Wanne über den Adler gestülpt. „Wir haben ihn dann damit in das Hühner-Außengehege gebracht. Er war sehr aggressiv, wie sich später herausgestellt hat, wohl weil er großen Hunger gehabt hatte“, erklärt Annika. Die drei Töchter verständigten die Polizei Obervellach. Da an den Fängen ein Glöckchen und Bänder angebracht waren, vermuteten sie, dass er wohl jemanden gehören müsse.

Steinadler aus Rauris ausgebüxt
Wie sich dann herausstellte, war der Vogel in Salzburg einem Falkner ausgebüxt. Greifvogelexperte Franz Schüttelkopf konnte dann den Besitzer ausfindig machen und der Steinadler, ein Männchen, wurde vom Falkner aus der Region, Thomas Löscher, seinem Besitzer wieder übergeben. Das Steinadler-Männchen wurde mit Sicherheit von wilden Steinadlern attackiert, die laut Schüttelkopf in der Region vorkommen. Deshalb dürfte dann der ausgehungerte Vogel sich eine der Hennen geschnappt haben. „Wir haben auch auf Anraten der Falkner, die tote Henne dem Steinadler überlassen, damit er sich im Gehege wieder beruhigt“, betont Annika Schachner. Die wilden Steinadler hätten das Männchen sowieso aus dem Revier vertrieben.

Claudia Fischer
Claudia Fischer
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