Roboter filmt mit

„Kopfkino“ hilft Neurochirurgen bei Operation

Es ist buchstäblich ein „Kopfkino“, dass den Chirurgen des Linzer Neuromed-Campus erstmals in Österreich zur Verfügung steht: ein Hybrid-OP, bei dem ein Roboter ständig mitfilmt – so kann punktgenau gearbeitet werden.

Wenn Neurochirurgen zum Skalpell greifen, dann zählt jeder Millimeter doppelt und dreifach. Denn die Behandlung von Erkrankungen der Blutgefäße des Gehirns gehört zu den technisch schwierigsten und aufwändigsten Eingriffen. Dafür ist eine schnelle Bildgebung zur Erfolgskontrolle unglaublich wichtig. Seit Juni steht dafür nun am Neuromed Campus des Kepler Universitätsklinikums der erste rein neurochirurgische Hybrid-Operationssaal Österreichs zur Verfügung.

Ärzte arbeiten von zwei Seiten
„Man muss sich das so vorstellen: Ein Roboterarm, wie er sonst zum Beispiel an einer Fertigungsstraße in der Industrie aufgestellt ist, bewegt sich mit Affentempo rund um den Kopf und nimmt jede Veränderung auf. Dazu werden Kontrastmittel gespritzt, dadurch sind die Blutgefäße besser sichtbar. Wir arbeiten von zwei Seiten, ein Chirurg von außen und ein zweiter Arzt mit einem Katheder, der durch die Leiste eingeführt wird“, erklärt Andreas Gruber, Vorstand der Uniklinik für Neurochirurgie.

Schlaganfall verhindern
„So kann der Operateur etwa von außen mit einem Bypass die Gehirngefäßerkrankung, zum Beispiel ein Aneurysma, überbrücken“, erklärt Gruber weiter: „ Und der andere Arzt, ein Neuroradiologe, kann das Aneurysma dann von innen verschließen, ohne das ein Schlaganfall entsteht“

„Kino“ kostete eine Million
Gruber zählt die Vorteile auf: höchste Bildqualität, raschest mögliche Verfügbarkeit, höchste Mobilität von Detektor und Strahlungsquelle durch Führung mittels Roboterarm. Das „Kopfkino“ kostete etwa eine Million Euro.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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Montag, 25. Oktober 2021
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