28.08.2020 13:14 |

Ohne lange Hitzewellen

Sommer 2020 war sehr warm, aber auch wechselhaft

Wegen der Corona-Krise wird der Sommer 2020 wohl vielen in Erinnerung bleiben. Zahlreiche Österreicher verzichteten auf Reisen in den Süden und verbrachten ihren Urlaub lieber im Land. Doch dann wollte das Wetter irgendwie nicht so ganz mitspielen - so zumindest der subjektive Eindruck einiger Sonnenanbeter. Tatsächlich verlief der Sommer aber deutlich wärmer als der Großteil der Sommer seit dem Messbeginn in Österreich im Jahr 1767.

„Der Sommer 2020 war wärmer als 95 Prozent aller Sommer in der 254-jährigen Messgeschichte“, sagte Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Er bestätigte demnach den Trend zu einem immer wärmeren Klima in Österreich - zwölf der 15 wärmsten Sommer waren in den vergangenen 30 Jahren. In der Reihe der wärmsten Sommer landete er im Tiefland auf Platz 14, auf den Bergen auf Platz 13.

Berücksichtigt man die Prognosen für die letzten Augusttage, lag der Sommer im Tiefland Österreichs um 0,2 Grad über dem Mittel der vergangenen 30 Jahre, um 0,9 Grad über einem durchschnittlichen Sommer in der Klimaperiode 1981 bis 2010 und um 2,0 Grad über dem Mittel des Zeitraums 1961 bis 1990.

„Die letzten drei Sommer verliefen extrem heiß“
„Ein Grund, warum viele Menschen den Sommer 2020 als nicht besonders warm empfanden, ist wahrscheinlich, dass die drei letzten Sommer - 2017, 2018 und 2019 - extrem heiß verliefen“, erklärte Orlik. Den Unterschied zwischen heuer und dem Vorjahr sehe man etwa gut an der Zahl der heißen Tage: Der Sommer 2019 brachte zum Beispiel an der Wetterstation Wien Hohe Warte 37 Tage mit mindestens 30 Grad. 2020 waren es in der vorläufigen Auswertung nur 20.

Regelmäßige Regenfälle
Ein weiterer Grund, warum der Sommer 2020 im subjektiven Empfinden zum Teil als „nicht so besonders gut“ empfunden wurde, war auch, dass es regelmäßig geregnet hat. „Im Unterschied zu den sehr trockenen Sommern 2019 und 2018 gab es heuer in der österreichweiten Auswertung um 25 Prozent mehr Regen als im vieljährigen Mittel“, bilanzierte Orlik.

Heftige Unwetter, aber ungewöhnlich wenige Gewitter
Der Sommer 2020 brachte der ZAMG zufolge auch einige heftige Unwetter. Ein Beispiel: In Fischbach in der Steiermark regnete es am 11. August innerhalb einer Stunde 64 Millimeter. Das kommt hier statistisch gesehen nur alle 30 Jahre vor. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen August regnet es in Fischbach im gesamten Monat 135 Millimeter.

Dafür gab es ungewöhnlich wenige Gewitter. Das österreichische Blitzortungssystem ALDIS registrierte von Jänner bis Ende August rund 60.200 Blitzeinschläge. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Blitzmessungen im Jahr 1992.

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