Drei Pkw geschrottet

Wahnsinnstat: Autodieb flüchtet mit Notarztwagen

48-stündige Wahnsinnstour eines 34-jährigen Verdächtigen aus Deutschland: Der mutmaßliche Autodieb fuhr von Tschechien durch Österreich bis nach Bayern, schrottete insgesamt drei gestohlene Autos, verletzte vier Polizisten, flüchtete mit einem Notarztfahrzeug und landete schließlich in der Psychiatrie.

Aufgrund seiner auffälligen Fahrweise hielten zwei Polizisten am 5. August 2020 gegen Mitternacht auf der A1 kurz vor der Abfahrt Vorchdorf Richtung Salzburg einen dunklen Pkw mit Welser Kennzeichen an. Der Lenker blieb zunächst stehen. Als die Beamten ausstiegen, stieg der Unbekannte auf das Gas und flüchtete ohne Licht und mit hoher Geschwindigkeit Richtung Zentrum Vorchdorf. Auf Höhe einer Tankstelle kam er vermutlich aufgrund der hohen Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab und blieb mit seinem Fahrzeug in einem Straßengraben hängen. Der Lenker schaffte es aber durch ruckartiges Hin-und-Her-Fahren, den Pkw aus dem Graben zu befreien. Dabei wurde ein Polizist zu Boden geschleudert und leicht verletzt. Auch das dahinter abgestellte Dienstauto wurde beschädigt. Anschließend flüchtete der Lenker in unbekannte Richtung. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief negativ.

Eine Stunde später ging es weiter
Nur etwa eine Stunde später kam es auf der A1 erneut zu einem „kuriosen“ Vorfall. Ein silberfarbener Pkw mit Gmundner Kennzeichen kam von der Fahrbahn ab und stieß gegen eine Leitschiene. Ein zufällig nachkommender Notarztwagen hielt an der Unfallstelle an und leistete Erste Hilfe. Plötzlich sprang der unbekannte Lenker in das Notarztfahrzeug, fuhr einige Hundert Meter davon, stieg wieder aus und flüchtete zu Fuß weiter.

34-jähriger Deutscher als Verdächtiger
Aufgrund umfangreicher Ermittlungen konnten beide Taten später einem 34-jährigen Verdächtigen aus Deutschland nachgewiesen werden. Dieser steht auch im Verdacht, am 5. August 2020 gegen 2 Uhr im tschechischen Breclav von einem geparkten Pkw die Kennzeichen gestohlen zu haben. Anschließend begab sich der mutmaßliche Täter zu einem in der Nähe befindlichen Autohaus, brach dort ein und stahl aus der Verkaufshalle einen Wagen. Der Mann benützte diesen mit den zuvor gestohlenen Kennzeichen.

Im Zuge eines Tankbetrugs konnten der Beschuldigte und das gestohlene Fahrzeug von der Kamera einer Videoüberwachung registriert werden. In den Vormittagsstunden des 5. August stahl er in Wiener Neudorf erneut zwei Kennzeichen und montierte diese auf den in Tschechien gestohlenen Wagen. Am 5. August gegen 22.25 Uhr brach der 34-Jährige in ein Autohaus in Wels ein, zertrümmerte zwei Glasvitrinen und stahl diverse Gegenstände. Diese Tat wurde erneut von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Nachdem er nur wenige Minuten danach erneut von einem fremden Pkw zwei Kennzeichen abmontiert hatte, kam es gegen Mitternacht in Vorchdorf zu dem bereits erwähnten Vorfall mit den Beamten.

Beide gestohlene Autos sind Totalschäden
Der in Tschechien gestohlene Wagen sowie die in Wels gestohlenen Kennzeichen konnten in den Vormittagsstunden des 6. August schwer beschädigt aufgefunden und sichergestellt werden. Das zweite benutzte Fahrzeug, das der Deutsche am 6. August kurz nach Mitternacht in Vorchdorf gestohlen hatte, konnte auf der A1 im Bereich der Abfahrt Mondsee, ebenfalls total beschädigt, vorgefunden werden.

Verdächtiger sitzt in geschlossener Abteilung
In den späten Abendstunden des 6. August kam es in Freilassing zu ähnlichen Vorfällen. Der 34-Jährige stahl einen Wagen, durchbrach mehrere Straßensperren, beschädigte Polizeifahrzeuge, verletzte Polizeibeamte und lieferte sich eine wilde Verfolgungsjagd. Letztendlich gelang es den Polizisten jedoch, den 34-Jährigen anzuhalten und festzunehmen. Derzeit befindet er sich in der geschlossenen Abteilung des Inn-Salzach-Klinikums in Wasserburg am Inn.

 OÖ-Krone
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Samstag, 31. Oktober 2020
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