25.08.2020 11:25 |

Umweltanwalt betont:

„Keine neuen Liftanlagen im Hochgebirge“

Die Zahl der Liftbaustellen auf den Tiroler Bergen ist - wie berichtet - auch in diesem Sommer beachtlich - trotz Corona und der Unklarheiten, wie Wintersaisonen künftig ablaufen sollen. Bei Vize-Umweltanwalt Walter Tschon stapeln sich die Anträge für Neuprojekte. Der Trend: Es geht immer weiter rauf ins Hochgebirge.

Krone“:Die Tiroler Seilbahnen investieren trotz Krise kräftig, die Zahl der Projekte ist wie wir berichtet haben nur geringfügig kleiner als sonst. Welche sieht der Umweltanwalt besonders kritisch?
Walter Tschon: Fakt ist, dass sich die diversen Projekte im Skigebietsbereich nach oben verlagern. Gerade diese Hochgebirgslagen zeichnen sich jedoch durch hohe Natursensibilität aus. Für die Landesumweltanwaltschaft sind daher neue Seilbahnen, Beschneiungsteiche etc. in diesen Bereichen nicht mehr vorstellbar.

Bei vielen dieser Projekte handelt es sich um Qualitätsverbesserungen, also um neue Lifte auf alten Trassen. Deckt sich das mit ihren Erfahrungen oder wird mehr ausgebaut als renoviert?
Das würde ich so nicht unterschreiben. Selbstverständlich haben wir auch regelmäßig mit sogenannten Qualitätsverbesserungen zu tun. Aber auf der anderen Seite gibt es nach wie vor Projekte bzw. Projektideen, die sehr wohl neue Seilbahntrassen und neue Skiabfahrten betreffen. Nicht zu vergessen die diversen Projekte betreffend die Schneesicherheit. Wir haben es vermehrt mit Neuanträgen für Beschneiungsanlagen zu tun. Dazu zählen Beschneiungsteiche, Pumpanlagen, Schneelanzen etc. Nicht zu vergessen auch die damit zusammenhängenden Erdbauarbeiten und Deponien im Hochgebirge.

Wie geht der Trend in den nächsten Jahren weiter? Wird immer mehr investiert?
Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass auch heuer und in den nächsten Jahren sehr hohe finanzielle Investitionen im Skigebietsbereich angedacht bzw. bereits geplant und zum Teil bei den Behörden beantragt wurden. Und wie bereits angeführt, sind zahlreiche zusätzliche Beschneiungsteiche geplant und es wird generell in den Skigebieten die Logistik darauf ausgerichtet, dass mehrmals in der Saison eine Grundbeschneiung möglich wird, sofern die Temperaturen auch mitspielen.

Kein offizielles Ende von Kappl - St. Anton

Welche Großprojekte haben die Skigebiete auf Lager?
Es sind einige weitere Projekte im Gespräch, die noch heuer bei den Behörden eingebracht werden sollen bzw. erste Prüfanträge bezüglich Umweltverträglichkeit an die Behörden übermittelt wurden. Unter anderem sind Neuprojekte im Zillertal in beträchtlichem Ausmaß sowie in anderen Regionen Tirols - wie zum Beispiel in Osttirol und im Stubaital - für die Bewilligungsverfahren startklar. Aber auch bezüglich dem von den Behörden und Verwaltungsgericht abgelehnten Zusammenschluss St. Anton - Kappl soll es Überlegungen über neue Varianten eines Zusammenschlusses geben. Offizielles Projektende gibt es auch bei Pitztal-Ötztal nicht.

Umweltprüfung für Beschneiungsteich

Welche Projekte haben Sie zuletzt beeinsprucht?
Ein Projekt betreffend einen Beschneiungsteich im Gletscherskigebiet Stubai. Dieses Projekt befindet sich allerdings erst in der Phase eines UVP-Feststellungsverfahrens. Es muss daher vom Bundesverwaltungsgericht in Wien aufgrund der Beschwerde des Landesumweltanwaltes abschließend geklärt werden, ob für dieses Projekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist oder nicht.

Von
Philipp Neuner
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