„Zutiefst zynisch“

Altersdiskriminierung: Wo Senioren draufzahlen

Wirtschaft
18.08.2020 06:00

Mehr als 1,7 Millionen Österreicher sind über 65 Jahre alt. Für ihre täglichen Geldgeschäfte sind sie auf Banken angewiesen. Diese machen es ihnen oft nicht leicht: Zuletzt häufen sich Fälle, bei denen Institute Senioren Überziehungsrahmen oder Kreditkarten verwehren.

Kreditkarten werden oft nicht mehr verlängert, Überziehungsrahmen bei Pensionsantritt plötzlich gestrichen. Grund seien die Bonitätskriterien, so die WKO. So wurde von einer 82-Jährigen eine Bürgschaft verlangt, um einen Überziehungsrahmen von 200 Euro auf einem Bankkonto einzurichten. Begründung: Die Dame könnte jederzeit sterben. „Das ist zutiefst zynisch“, ärgert sich Ingrid Korosec, die Chefin des türkisen Seniorenbunds.

Symbolbild (Bild: motortion - stock.adobe.com)
Symbolbild

Kreditkarte nicht mehr verlängert
Wie ärgerlich die Praktiken der Banken sind, zeigt auch ein anderes Beispiel: Eine Seniorin beschwerte sich, weil ab dem 70. Lebensjahr ihre Kreditkarte nicht mehr verlängert wurde. Sie hatte etwa Reisen immer darüber gebucht. „Von der Wirtschaft wird die Generation 60+ umworben. Aber ohne Kreditkarte ist oft keine Online-Reservierung für Hotels, Mietwagen oder Flüge möglich“, so Korosec.

Betroffene Senioren haben hierzulande zudem keine rechtliche Handhabe. Während man in 30 europäischen Staaten dagegen vorgehen kann, klafft im österreichischen Recht eine Lücke. Um eine Lösung zu finden, hat sich Korosec nun auch an das Justizministerium gewandt.

Peter Stadlmüller, Kronen Zeitung

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