Hohe Pegelstände

Hochwassergefahr hält halb Oberösterreich in Atem

Geht es sich doch noch aus? Die Hochwassergefahr hielt und hält halb Oberösterreich in Atem. Besonders nervenaufreibend war die Situation Dienstagabend in Schärding. 8,5 Meter Wasserstand waren prognostiziert, die mobilen Dämme sind für 9 Meter ausgelegt. Auch entlang der Donau wurden Wände aufgestellt.

„Es sieht so aus, als würde das Hochwasser quasi mit einem Rutsch durch unser Land gehen“, brachte Thomas Mittlböck-Jungwirth vom hydrografischen Dienst des Landes Oberösterreich die (stille) Hoffnung aller beteiligten Einsatzkräfte auf den Punkt. Denn die zweitägigen massiven Regenfälle mit bis zu 120 Liter Niederschlag innerhalb von 48 Stunden - wie beispielsweise in Micheldorf - ließen besonders den Inn enorm anschwellen. In Schärding wurde gegen 16 Uhr ein Pegelstand von 6,50 Meter erreicht, ein Höchststand von 8,50 Meter wurde für die zweite Nachthälfte erwartet. Zum Vergleich: Normalerweise beträgt der Pegelstand in den Sommermonaten in der Innstadt 4 Meter.

„Sollte sich ausgehen“
„Unsere mobilen Schutzwände reichen bis neun Meter Höhe. Es sollte sich also ausgehen“, war Markus Furtner, Kommandant der FF Schärding, zuversichtlich, dass „seine“ Stadt ohne blaues Auge davonkommt. Seit 2011 gibt es dort ein Katastrophenschutzlager, in dem 100 Tonnen Sand, 6000 gefüllte Sandsäcke und mobile Schutzwände untergebracht sind.

Fast eine Milliarde investiert
Aktuell werden um 12,7 Millionen Euro Dämme für zwei Stadtteile errichtet. Insgesamt wurde in ganz Oberösterreich seit 2002 fast eine Milliarde Euro in Hochwasser-Schutzmaßnahmen investiert.

Doch nicht nur am Inn lagen die Nerven blank:
Gegen 15.30 Uhr wurde etwa in Saxen im Bezirk Perg per Sirenenalarm Zivilschutzwarnung ausgelöst. Die Donau hatte beim Pumpwerk Dornach den Donaubegleitdamm überströmt.

In Grein könnte es heute noch spannend werden
„Ich war gerade beim Aufbauen der mobilen Schutzwände“, berichtet Rainer Barth, Bürgermeister von Grein: „Diese Elemente sind 15 Meter hoch. Sie werden ab einem Pegelstand von 10,50 Meter aufgestellt. Wir haben aber am Abend die Prognose bekommen, dass das Hochwasser zurückgeht. So knapp wie im Jahr 2013 dürfte es keinesfalls werden.“

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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