29.07.2020 12:00 |

Behörde schritt ein

Entsetzen über „Zoo“ in verdreckter Chaos-Wohnung

In einer Wohnung im Tiroler Bezirk Kitzbühel stießen Amtstierärztin, Polizei und Tierschutzverein auf ein unbeschreibliches Chaos. Mittendrin waren zahlreiche verwahrloste und teils kranke Tiere. Sie sind inzwischen in der Obhut des Tierschutzvereins für Tirol.

„Schon beim Eintreten schlug uns beißender Geruch entgegen“, schildert eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereins für Tirol. Die Garderobe war mit vier Aquarien zugestellt. An den Wänden stapelten sich Wildtiertrophäen, Käfige und jede Menge Hausrat. Schritt für Schritt drangen die Tierschutzverein-Mitarbeiter in die Räume vor, das Ausmaß der Vernachlässigung zeigte sich immer erschreckender. In einem ehemaligen Kinderzimmer fanden sich zwei Meerschweinchen und ein Chinchilla, neun Zuchttauben, zwei Grünzügelpapageien und zwei Sittiche.

Käfig unter dem Müll
„Wir kämpften uns dann durch den Müll hinaus auf den Balkon“, erinnert sich die Tierschützerin. „Hier vegetierte noch ein einsames schwer krankes Kaninchen in einem Käfig, der unter Müll begraben war.“ In einem anderen Zimmer stand eine Volieren-Konstruktion, in der sich zwei große Papageien (Aras), zwei weitere einzeln eingesperrte Zuchttauben und ein Fasan befanden. Alles erbärmlich verdreckt, die Tiere lebten im eigenen Kot, Wasser war zu diesem Zeitpunkt nicht vorhanden.

Weitere Entdeckungen
Der Schrecken nahm schier kein Ende: Hinter der Badezimmertür stand ein Terrarium mit einem Streifenhörnchen, im Obergeschoß fünf weitere dreckige Aquarien – dunkel, überbesetzt, mit bis zu 50 Zentimeter großen, exotischen Fischen. Daneben stand noch eine Vase (!) mit Fischen. „Als wir schon glaubten, alle Tiere ausfindig gemacht zu haben, erfuhren wir noch von einem Verschlag hinter dem Sofa. In einem Behälter, der den Geruch einer Kloake verströmte, fischten wir einige Schildkröten aus dem schwarz-grauen Wasser.“

Alle Tiere abgeholt
Die beiden Bewohner zeigten sich kooperativ, aber nicht allzu interessiert. Sie verweilten während des Einsatzes meist vor dem Fernseher, traten die Tiere dann aber freiwillig ab. Fazit: Bis auf die Fische, wo noch Details zu klären sind, wurden alle Tiere sofort mitgenommen. Sie wurden gebadet, behandelt und sind nun in der Obhut des Tierschutzvereins. Das Kaninchen starb kurz darauf. Laut Behörde sind mindestens drei Tiere schwer krank, weitere verhaltensgestört.

Andreas Moser
Andreas Moser
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