28.07.2020 14:35 |

Erneuerung

Fassade streichen in Eigenregie

Die Erneuerung des Anstrichs der Fassade kann schnell teuer werden! In Eigenarbeit kann viel Geld gespart werden. Was ist dabei zu beachten?

Die Fassade ist das Aushängeschild jeden Hauses. Mit der Zeit setzen ihr jedoch Umweltbelastungen in Form von Emissionen, Witterungseinflüsse und UV-Strahlung zu und so sollte sie je nach Zustand ca. alle 15-25 Jahre erneuert werden. Die Renovierung einer Hausfassade geschieht nicht im Handumdrehen. Zumal eventuell noch Maßnahmen zur Dämmung mit dem Ziel zukünftiger Energieeinsparungen mit in das Projekt einbezogen werden müssen!

Wer keine oder wenige handwerkliche Fähigkeiten besitzt, der sollte sich auf einen professionellen Handwerksbetrieb verlassen. Diese arbeiten im Normalfall schnell und sauber. Dafür ist allerdings eine Rechnung von mehreren Tausenden von Euro zu erwarten. Glücklich ist der, welcher das Projekt einer Erneuerung der Außenfassade in Eigenarbeit angehen kann. In diesem Falle können Farbe, Grundierung und Handwerkszeug günstig im Baumarkt erworben werden und als einziger größerer Posten in der Kalkulation steht das Baugerüst, welches bei guter Planung ca. eine Woche gemietet werden muss.

Fassade streichen: Planung und Prüfung des Altanstriches
Bevor es ans eigentliche Streichen geht, sollte der Wetterbericht ins Auge gefasst werden! Ungünstig sind sehr heiße Tage mit Sonnenschein, weil dann die Fassadenfarbe zwischen den verschiedenen Durchgängen zu schnell trocknet, um professionell verarbeitet zu werden. Auch Regentage sind zu vermeiden. Beste Bedingungen zum Fassade ausbessern und streichen bieten trockene bewölkte Tage mit Temperaturen zwischen 15 und 25°Celsius.

Jetzt gilt es zu prüfen, inwieweit der Untergrund intakt ist, damit die neue Fassadenfarbe problemlos aufgetragen werden kann. Fallen Verfärbungen, Schmutzablagerungen und Moosbildung beim Sichttest auf, ist zur Bürste oder zum Hochdruckreiniger zu greifen. Ein weiterer einfacher Test betrifft die Saugfähigkeit. Wenn der Untergrund mit Wasser bespritzt und dieses sofort aufgesogen wird, muss in jedem Falle vor dem Anstrich eine Grundierung vorgenommen werden. Mit dem Klopftest wird der Zustand des Putzes geprüft. Bei Stellen, die beim Beklopfen mit dem Fingerknöchel hohl klingen, ist davon auszugehen, dass der Putz dort nicht mehr haftet. Dann muss dieser abgetragen und erneuert werden.

Vorbereitung der Fassade
Ein erster Schritt ist die Säuberung der Fassade mit einer Bürste oder einem Hochdruckreiniger, um den Untergrund von Staub und Schmutz zu befreien. Türen, Fenster und Fensterbänke sind dabei vorher abzudecken. Dabei werden auch Schwachstellen sichtbar. Kleinere Risse sind problemlos mit Acryllack oder Reparaturmörtel zu verschließen. Größere Schäden bedürfen eines Auftrags von Originalputz. Zu beachten ist hierbei, dass frisch behandelte Stellen auf Basis von Kunstharz- bzw. Dispersionsputz mindestens eine Woche durchtrocknen müssen, um langfristig zu haften! Bei mineralischen Putzen ist erst nach vier bis sechs Wochen mit einer totalen Durchtrocknung zu rechnen. Nach den Ausbesserungsarbeiten ist es ratsam, eine Grundierung aufzutragen. Dadurch haftet die Farbe besser und gleichmäßiger.

Jetzt kommt Farbe ins Spiel
Bei der Auswahl der Farbe sollte allerdings vorher beim Bauamt nachgefragt werden, nicht alle Gemeinden in Österreich lassen jede Farbe mit Hinweis auf ein einheitliches Stadtbild zu. Zudem ist aus den verschiedenen Farbqualitäten auszuwählen. Handelsübliche Dispersionsfarben sind spannungsarm, wasserabweisend und Co2- durchlässig, während Silikatfarbe sehr witterungsbeständig ist und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Algen- und Pilzbefall aufweist. Zu erwähnen sei an dieser Stelle noch die Siliconharz Farbe mit einem sehr hohen Deckungsgrad und geringer Verschmutzungsneigung.

Wenn die Vorbereitungen zufriedenstellend abgeschlossen sind, wird das eigentliche Streichen für den versierten Handwerker zum Kinderspiel. Mit einem mittelbreiten Pinsel sind zuerst die Ecken und Winkel der Fassade zu bestreichen. Danach geht es an den Voranstrich. Wer sicher sein will, dass die Farbe später satt und gleichmäßig aufgetragen wird, der spendiert seiner Fassade noch einen Zwischenanstrich. Bei diesen beiden Durchgängen kann die Farbe mit bis zu 15% Wasser gemischt werden. Erst beim finalen Endanstrich ist mit unverdünnter Farbe zu arbeiten. Die höchste Deckkraft auf der Fläche wird erreicht, wenn die Farbe auf der Rolle erst längs, dann quer und dann nochmals längs nach dem Nass-in-nass-Prinzip aufgetragen wird.

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