24.07.2020 10:00 |

Corona-Folgen

Ärger über Fluglinien: Anrufe und Mails ins Leere

Fluglinien und Reiseplattformen verärgern zahlreiche Tiroler mit ihrer „Hinhaltetaktik“, wenn Corona Ausfälle verursacht. Die AK erlebt einen Ansturm und verweist darauf, dass der Kunde das Recht auf Rückzahlungen statt Gutscheine hat.

Ein typischer Fall: Sechs Unterländer wollten im Juni zur Fußball-EURO nach Bukarest fliegen, die Buchung erfolgte über die Reiseplattform „opodo“. Wegen Corona wurde der Flug ab München annulliert. Ein Lichtblick: „opodo“ bot per Mail Gutscheine an, die zwei der Freunde akzeptieren. Die vier anderen wollen Bares sehen – und warten noch immer (Antrag seit Wochen „in Bearbeitung“). Für solche Kunden sitzt Christian Schuster-Wolf, Rechtsexperte der AK Tirol, derzeit stundenlang täglich an der Telefonhotline.

Flut an Fragen zu allen heurigen Buchungen
„Praktisch jeder, der zwischen März und Oktober eine Reise gebucht hat, steht nun vor Rechtsfragen“, sagt der Experte. Entweder fand die Reise nicht statt wie im Fall oben. Oder es herrscht große Unsicherheit, ob eine bevorstehende Reise wirklich möglich ist, man bei Zweifeln selbst stornieren oder abwarten soll und welche Folgen dies alles hat. „Bei den Fluglinien besteht ein europarechtlicher Anspruch, dass das Geld zurückgezahlt werden muss“, betont der Experte. Dies sei im Paragraf 8 der sogenannten EU-Fluggastrechteverordnung klar geregelt.

Rückzahlung steht zu, Kommunikation „tot“
Der Haken dabei ist die Kommunikation: Telefon-Hotlines rauben mit endlosen Wartezeiten den Nerv bzw. die Fluglinie ist dort gar nicht erreichbar. Auf E-Mails erfolgt oft eine automatisierte Antwort, die wenig aufschlussreich ist. „Ich empfehle einen eingeschrieben Brief an die Airline“, sagt der AK-Jurist. Unter www.passagier.at stehen Musterbriefe online bereit.

Nur sieben Tage hätte die Fluglinie dann laut Gesetz Zeit für eine Rückzahlung - eine Frist, die in Corona-Zeiten nur auf dem Papier besteht. Wenn der Brief nicht fruchtet, ist mit AK-Hilfe ein Schlichtungsantrag sinnvoll. Wohl aus Angst vor Strafen, so zeigt die Erfahrung, sei die Zahlung dann oft binnen einiger Monate erfolgt. „Am Ende“, ist der AK-Jurist überzeugt, „werden die Kunden das ihnen zustehende Geld erhalten“. Die EU sei beim diesbezüglichen Schutz der Konsumenten hart geblieben.

Heimische Reisebüros besser
Großteils ein Lob erteilt der Experte den heimischen Reisebüros: „Vor allem die kleineren kümmern sich meistens um die Anliegen der Kunden, recherchieren selbst bei den Airlines und sind hilfsbereit. Die großen Plattformen nicht.“

Andreas Moser
Andreas Moser
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