21.07.2020 16:41 |

Hautfarbe als Risiko

Schwarze Kinder sterben nach Operationen häufiger

Afroamerikanische Kinder haben einer US-Studie zufolge ein dreieinhalb Mal höheres Risiko, nach einer Operation zu sterben, als ihre weißen Altersgenossen. Forscher haben dazu Daten von Zehntausenden Kindern ausgewertet, die zum Zeitpunkt des Eingriffes relativ gesund waren sowie keine chronischen Krankheiten oder andere Begleiterkrankungen hatten. Die Ursachen sind jedoch nicht medizinischer Natur.

Laut den entsprechenden Daten von 172.549 Kindern, die in den Jahren von 2012 bis 2017 in 186 Krankenhäusern operiert wurden, starben nur wenige innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff: Bei den kleinen weißen Patienten betraf das insgesamt 0,02 Prozent, bei den schwarzen waren es mit 0,07 Prozent mehr als dreimal so viele. Von ihnen litten zudem 16,9 Prozent an postoperativen Komplikationen oder mussten nach dem Eingriff nochmals operiert werden. Bei den weißen Kindern waren es nur 13,8 Prozent.

Viele Faktoren verantwortlich
Für diese Unterschiede listen die Autoren eine ganze Reihe möglicher medizinischer, sozialer und wirtschaftlicher Ursachen auf, da die sozio-ökonomische Situation vieler US-Bürger nach wie vor stark von ihrer Hautfarbe abhängt: Unter anderem verweisen sie auf frühere Studien, wonach Afroamerikaner häufiger Komplikationen nach Operationen entwickeln, dazu komme es öfter zu möglichen Kommunikationsprobleme zwischen Arzt und Patient.

Außerdem spielen eine bewusste oder unbewusste Voreingenommenheit von Ärzten, Armut oder auch ein eingeschränkter Zugang zur Gesundheitsvorsorge eine Rolle.

Strukturell benachteiligt
Afroamerikanischen Kindern stehen für Operationen zudem oftmals nur die weniger qualifizierten Krankenhäuser in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zur Verfügung. Möglicherweise sind Ärzte auch weniger bereit, Klagen ihrer afroamerikanischen Patienten über Schmerzen und gesundheitliche Probleme ernst zu nehmen, wie bereits andere Studien zeigten.

Bewusstsein stärken
Die Forscher weisen in ihrer in der Zeitschrift „Pediatrics“ veröffentlichten Studie lediglich darauf hin, dass das Phänomen mehrere Ursachen habe, ohne aber einen direkten Zusammenhang herzustellen. Nach ihren Worten könnte ihre Analyse jedoch künftigen Studien helfen, die „Mechanismen“ besser herauszuarbeiten, die zu den unterschiedlichen post-operativen Ergebnissen führen. Zudem könne sie das Bewusstsein der Ärzte für diese Unterschiede stärken.

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