Dreifacher Mordversuch

Nachbarin: „Das hätte ich ihm nicht zugetraut“

Die Beziehung am Ende - da sollten alle sterben! Mit Würgen, Strom und Gas wollte ein 21-Jähriger in Rainbach im Innkreis in Oberösterreich seine Lebensgefährtin (26), die gemeinsame Tochter (10 Monate) und den Stiefsohn (5) töten und auch Selbstmord begehen. Nur durch Zufall ging der Plan schief, der Verdächtige floh, ist aber gefasst. „Das hätte ich ihm nicht zugetraut“, sagte eine geschockte Nachbarin zur „Krone“. 

„Gegen 9.30 Uhr am Vormittag hat meine Tochter angerufen, mir erzählt, was passiert ist“, erzählt der Opa (50) von Ida-Marie (10 Monate) und Alexander (5), der nur froh ist, dass Tochter und Enkel leben.

Familienidylle schien ganz normal
Das ist nur glücklichen Umständen zu verdanken! Denn gegen halb zwei Uhr früh soll im ersten Stock des Vierparteienhauses in Rainbach/Innkreis der 21-jährige Lebensgefährte von Johanna G. versucht haben, die ganze Familie auszulöschen. Motiv: das Beziehungs-Aus, von dem der Opa auch erst zwei Tage zuvor gehört hatte. Zuvor schien die Familienidylle ganz normal.

Freundin mit bloßen Händen bewusstlos gewürgt
Mit bloßen Händen soll Robin G. (21) seine Freundin im Bett bewusstlos gewürgt haben. Dann habe er im Badezimmer die Wanne halb mit Wasser gefüllt und die Kinder hineingesetzt. Er selbst habe in Selbstmordabsicht einen Fuß hineingehalten und einen ans Stromnetz angeschlossenen Toaster ins Wasser geworfen. Doch der Schutzschalter „flog“ und weder Kinder noch der 21-Jährige wurden verletzt.

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Ich bin gerade ganz geschockt, das hätte ich ihm nicht zugetraut, auch wenn ich jetzt noch keine Details weiß. Ich bin einfach nur sprachlos. Mitbekommen hat man von der Tat nichts.

Michaela H., Nachbarin beim Tatort in Rainbach/Innkreis

Zum Sterben mit Kind und Frau ins Bett gelegt
Schließlich habe der Innviertler, der bis vor einem Jahr als Panzersoldat in Wels diente und jetzt auch eine Beschäftigung hatte, Alexander ins Kinderzimmer gesperrt und die kleine Ida-Marie zur bewusstlosen Mutter ins Bett gelegt. Dann soll er zwei mittelgroße Gaskartuschen auf Nachtkästchen und auf den Kasten gestellt und aufgedreht haben, ehe er sich mit ins Bett legte.

Doch war die Gaskonzentration im Zimmer zu gering, und gegen halb fünf Uhr früh begann das Mäderl zu schreien - die Mutter erwachte. Da kam der 21-Jährige zur Besinnung, machte die Fenster auf und flüchtete - da er keinen Autoführerschein hat - am Moped. Das Opfer war so geschockt, schlug erst nicht Alarm. Schließlich ging sie am Vormittag mit ihrer Schwester zur Polizei.

Am Telefon zur Aufgabe überredet
Die leitete eine Fahndung ein, während Johanna G., die Würgemale am Hals und blutunterlaufene Augen hatte, ins Spital und die Kinder zu den Großeltern kamen. Am Abend erreichte ein Mordermittler des Landeskriminalamts den Verdächtigen (es gilt die Unschuldsvermutung), der auch versucht habe, sich mit Pillen das Leben zu nehmen, am Handy, überredete ihn zur Aufgabe.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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