17.07.2020 12:11 |

Experten warnen:

Sommer könnten für den Menschen „zu heiß“ werden

„Die Hitze der Stadt ist im Sommer brutal, da man fürchterlich matt ist, wird das Leben zur Qual“, sang Rainhard Fendrich bereits anno 1982 in seinem Sommerhit „Oben ohne“. Als Folge des Klimawandels hat sich die Situation seither verschärft. Inzwischen so weit, dass Experten bereits warnen, die Sommer könnten für uns Menschen „zu heiß“ und eine Bedrohung für die Gesundheit werden.

Vor allem der sogenannte Hitzestress stellt eine massive Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar und kann dramatische Folgen haben. Neben der Beeinträchtigung von körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit kann es bei fehlender Erholung und den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen zu Hitzekollaps, Hitzschlag und im schlimmsten Fall sogar zum Tod kommen.

Hitze als Risikofaktor am Arbeitsplatz
Gerade an Arbeitsplätzen im Freien wie etwa auf Baustellen sind solche fatalen Folgen nicht unwahrscheinlich. Aber auch an Arbeitsplätzen in Innenräumen wie Küchen, Büros und Spitälern sind aufgrund der teils durch Hitze stark reduzierten Konzentrationsfähigkeit bereits Beeinträchtigungen der Arbeitsleistung gegeben. Nicht zuletzt nimmt bei Temperaturen von über 30 Grad auch die Unfallgefahr deutlich zu.

Die Zunahme der Hitzebelastung sei in den Städten doppelt so groß wie am Land und würde exorbitant steigen, wenn man nichts dagegen tue, warnen Forscher bereits seit vielen Jahren. Die Konsequenzen seien schon jetzt zu merken. Im Sommer nehme die Arbeitsleistung der Städter messbar ab, Infrastruktur komme zu Schaden und auch die Sterberaten seien deutlich höher, sagen Experten.

Heißere Sommer, mehr Sterbefälle
Laut Berechnungen von Statistikern der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) starben etwa im außergewöhnlich langen und heißen Sommer 2018 allein in Österreich 766 Menschen als Folge der großen Hitze.

Solche Probleme werden zunehmen, warnt etwa Hendrik Wouters von der Universität Gent in Belgien. Bereits 2017 prophezeite er für 2041 bis 2075 eine Vervielfachung des städtischen Hitzestresses. Doch selbst in ländlichen Regionen seien die Folgen der Erderwärmung nicht zu unterschätzen. Die Hitzebelastung würde dann selbst auf dem Land so hoch sein, wie heute in den Städten, so der Wissenschaftler.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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