02.07.2020 12:53 |

Arbeit trotz Baustopp

Ärger um Baustelle neben Ferienhaus

Sprichwörtlich Staub wirbelt eine Baustelle am Ufer des Ossiacher Sees auf. Ein Wiener Jurist richtet sich dort nämlich seinen Privatwohnsitz her. Bagger und Baumaschinen sorgen für ordentlich Lärm - und das mitten im Vollbetrieb der umliegenden Tourismusbetriebe und trotz des Sommer-Baustopps!

„Immer wieder wurde uns gesagt, dass die Baustelle in wenigen Tagen fertig sein soll! So geht es nicht weiter“, klagt Touristiker Karl Daxkobler, der zwei Ferienhäuser in Ossiach betreibt. Eines davon liegt nur wenige Meter von der Baustelle des Wiener Juristen, der dort sein Seeanwesen vergrößert, entfernt. Auch die gesamte Außenanlage werde erneuert: „Dementsprechend extrem ist auch die Lärm- und Staubbelästigung“, so der Touristiker.

Seit Beginn des Jahres fahren Bagger und Baumaschinen quasi täglich bei seinem Grundstück vorbei.

„Anfangs war das ja kein Problem, doch seit 1. Juni gilt die Lärmschutzverordnung der Gemeinde.“ Wie in vielen anderen Kärntner Tourismusgemeinden darf auch in Ossiach zwischen Juni und September nicht gebaut werden. Übrigens ist dort auch lautes Bellen oder Teppichklopfen verboten. „Es gibt eine Empfehlung des Landes: Im Einzelfall kann heuer wegen der Corona-Krise über den Baustopp hinweggesehen werden, aber in dieser Empfehlung wird auch ganz klar der Tourismus geschützt. Baustellen müssen im Einklang mit den örtlichen Gegebenheiten betrachtet werden“, erklärt Sebastian Adami von der Wirtschaftskammer Feldkirchen.

Daxkobler hilft das jedoch nichts. Wer einen gültigen Baubescheid hat, darf bauen - und der liegt vor. „Hier steht Tourismus gegen Bauwirtschaft! Es ist traurig, dass heimischen Betrieben nicht geholfen wird“, so Daxkobler. „Gäste sind nach und nach abgereist und schlechte Bewertungen im Internet schaden unserem Betrieb nachhaltig.“

Um dem Touristiker dennoch entgegenzukommen, hat der Anwalt dem Ferienhaus-Besitzer nun angeboten, seine Gäste durch ein Alternativprogramm vom Baulärm abzulenken. Eine Agentur sei beauftragt worden, Projekte mit Motorbootfahrt, Frühstück und Strandbadbesuch zu entwickeln. Daxkobler: „Die Gäste buchen bei uns und sollen sich dann von einem Dritten irgendwohin schippern lassen. Das entspricht nicht unserer Philosophie.“

Mehrfach wurde die Baustelle wegen Lärmbelästigung zur Anzeige gebracht. Nun will der Bauherr immerhin die Asphaltierungsarbeiten in den Herbst verschieben.

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
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