30.06.2020 13:06 |

Segeln bis zu 30 Meter

Geheimnis der fliegenden Schlangen enträtselt

Die im Süden und Osten Asiens vorkommenden Schmuckbaumnattern sind wahre Flugkünstler. Forscher des Institutes für Ingenieurwissenschaften und Mechanik an der Universität Virginia Tech in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia haben die Schlangen jetzt genauer unter die Lupe genommen und enträtseln können, wie die Tiere in der Luft die Balance halten.

Dazu ließen die Wissenschaftler die Schlangen in einer Halle zunächst von einem Baum springen und filmten sie dabei. Mit den Daten entwickelten sie ein Computermodell, das Aufschluss darüber gibt, wie sich die Schmuckbaumnattern, von denen es fünf Arten gibt, bis zu 30 Meter weit durch die Luft bewegen können. Schlängelnd sorgen die Tiere während des Flugs für Auftrieb und gleiten damit genauso gekonnt durch die Luft wie etwa Flughörnchen oder Flugfrösche, die ihre Haut zu flügelähnlichen Gebilden aufspannen.

Gleitflug durch Schlängelbewegung stabilisiert
Die Filmaufnahmen mit mehreren Kameras zeigten, dass die bis zu 140 Zentimeter langen Nattern ihren Gleitflug mit Schlängelbewegungen stabilisieren. Dabei bewegt sich der Körper der Tiere seitlich, aber auch nach oben und unten. Schon frühere Studien hatten gezeigt, dass die Schlangen vor dem Absprung ihren Körper breitmachen.

Die Schmuckbaumnattern schlängeln sich - ganz ohne Flügel - mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Metern pro Sekunde (also knapp 30 Kilometern pro Stunde) durch die Luft. Ihren flachen Körper halten sie dabei mit wellenförmigen Bewegungen in der Luft anstatt einfach zu Boden zu fallen. Die Schlange kann auch nach dem Start noch ihre Flugrichtung korrigieren, etwa um Ästen auszuweichen oder ein Beutetier zu verfolgen.

Das Computermodell hält laut Angaben der Wissenschaftler spannende Möglichkeiten bereit. Sie träumen sogar schon von einem Roboter in Schlangenform, der nicht nur kriechen und klettern, sondern sogar fliegen kann.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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