23.06.2020 08:00 |

Hoteliere erzählen

Urlaub 2020: Wenn der See das Meer ersetzen muss

Durchwachsen - das beschreibt die Buchungslage in den heimischen Tourismusbetrieben wohl am besten. Wer ein Hotel am See hat, sollte am besten anbauen. Betriebe im ländlichen Raum oder am Berg warten noch auf die versprochene Buchungsflut. Wer bereits Urlaub hat, kann diesen richtig genießen - ganz ohne Maske!

Egal, ob Ossiacher, Wörther- oder Klopeiner See, wer einen Betrieb mit Seezugang hat, der hat den Hauptgewinn gezogen. „Die Menschen sehnen sich nach dem Meer“, erklärt Josef Petritsch, Spartenobmann in der Kärntner Wirtschaftskammer. Das müssen heuer die heimischen Seen ersetzen. Dort komme man mit der Beantwortung der Anfragen kaum hinterher.

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Anfragen kommen eher kurzfristig. Viele Hoteliers waren positiv überrascht. Die Vorsicht bei Gästen ist dennoch spürbar!

Josef Petritsch, Tourismus-Spartenobmann

„Die Nachfragen sind kurzfristig und kommen eher aus Österreich“, sagt Moserhof-Chefin Franziska Moser-Winkler vom Millstätter See. Aber auch Buchungen aus Deutschland seien dabei. Dass Kärnten wenige Corona-Fälle hatte, wirke sich positiv auf die Stimmung aus.

Am Wörthersee plagt sich Laurent Lecocq nicht mit fehlenden Gästen, dafür aber mit fehlendem Personal. „Wir haben Stammpersonal aus Bosnien, das wegen Corona ausfällt. Nun müssen wir selbst ran“, erzählt der Flairhotel-Chef.

Urlaub: Abstand, aber ohne Maske
Geurlaubt wird mit Abstand, aber ohne Maske. „Gäste werden über Abstandhalten und Desinfektion aufgeklärt. Visiere oder Masken sind nur beim Personal Pflicht“, sagt Petritsch. Die Kärnten-Urlauber seien durchwegs kooperativ. „Wir haben Abläufe adaptiert. Die Gäste freuen sich, überhaupt urlauben zu können“, betont Moser-Winkler.

Trotzdem sind viele vorsichtig. „Man merkt die Unsicherheit der Gäste. Viele rufen mehrfach an und fragen, wie der Ablauf ist“, weiß Anni Urak, die einen Erlebnisbauernhof am Klopeiner See führt. Trotz Ruhe und übermäßigen Platzangebotes sei die Buchungslage noch verhalten.

Hoffen könnten Berg- und Landbetriebe auf den Herbst. Denn wenn die Seen abkühlen, bietet Kärnten enormes Wander- und Radfahrpotenzial. „Die Region ist immer eine Herbstdestination gewesen. Nun müssen wir aufpassen, dass die Zahlen niedrig bleiben“, sagt Jakob Forstnig vom Trattlerhof in Bad Kleinkirchheim.

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
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