21.06.2020 05:59 |

„Endlich Taten setzen“

Laufen für die Rettung des Weltklimas

1000 Freiwillige österreichweit laufen seit Monaten für das Klimavolksbegehren. Die „Krone“ holt zwei von ihnen vor den Vorhang.

Ein Gesamtbudget von 100.000 Euro - so viel steht dem Klimavolksbegehren zur Verfügung. Das ist im Vergleich zu anderen Volksbegehren recht wenig. Umso wichtiger sind viele freiwillig helfende Hände: „Was wir mit Geld nicht machen können, machen wir mit Personen wett - wir sind mittlerweile über 1000 Freiwillige“, sagte Katharina Rogenhofer, Sprecherin des Klimavolksbegehrens, unlängst im Interview mit der „Krone“. Doch wer sind diese Freiwilligen? Und was treibt sie genau an? Die „Krone“ hat mit zwei von ihnen gesprochen: Bernhard Thaler (28) aus der Steiermark und Astrid Weiß-Fanzlau (48) aus Niederösterreich.

Thaler, der als Universitätsassistent an der TU Graz arbeitet, hat vor einem Jahr damit angefangen, sich in der Regionalgruppe Steiermark zu engagieren. Seine Aufgaben: Flyer verteilen, bei Presseaktionen mithelfen und Kooperationen aufbauen. Später ist er dann auch bundesweit in jenem Team aktiv geworden, „das wissenschaftliche Fakten aufbereitet, hilft, Kommentare zu schreiben, politische Aussendungen bewertet und das Management berät und unterstützt“, erzählt er.

Es gibt Wochen, in denen er sich bis zu zwei Stunden wöchentlich engagiert, „in intensiveren Phasen gibt es aber auch Wochen, da sitze ich jeden Abend nach der Arbeit ein paar Stunden“, so der gebürtige Hartberger und in Graz wohnhafte Thaler. Zu seinem Engagement sagt er: „Ich möchte einfach etwas dazu beitragen, dass die Politik davon wegkommt, nur zu reden, sondern endlich Taten setzt - und zwar systematische Taten und nicht nur einzelne Leuchtturmprojekte.“

Protest der jungen Menschen mit Signalwirkung
Weiß-Fanzlau beschäftigt die Klimakrise seit Jugendtagen - seither versucht sie, klimafreundlich zu leben. Im Vorjahr hat sie auch ihr Auto verkauft. „Ich finde aber, dass wir nun an einem Punkt angelangt sind, an dem man das nicht auf den Einzelnen abwälzen kann, sondern wo es gemeinsame Anstrengungen braucht.“ Auch dass viele junge Menschen weltweit für das Klima auf die Straße gehen, geht nicht spurlos an der Lehrerin einer AHS in Klosterneuburg vorbei: „Da fühle ich mich in der Verantwortung, aktiv dazu beizutragen, dass die Jugend die Zukunft kreativ mitgestalten will und kann.“

„Große Strategie fehlt“
Im Rahmen ihres Engagements informiert sie Menschen, erledigt handwerkliche Tätigkeiten und koordiniert öffentlichkeitswirksame Aktionen. Fünf bis zehn Stunden ist sie im Schnitt pro Woche eingebunden. Warum für sie das Klimavolksbegehren so eine wichtige Sache ist? „Weil das die Regierung daran erinnert, dass sie keine Zeit mehr verlieren darf.“ Was ihr fehlt, ist „eine langfristige Gesamt-Strategie, bei der ich das Gefühl habe, da ziehen alle Politiker an einem Strang, und ganz egal, wer in der nächsten Regierung ist, das wird weitergeführt, weil es um nichts weniger als unsere Zukunft geht“.

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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