22.06.2020 08:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Kein Parkausweis für gehbehinderte 82-Jährige!

Seit Jahren versucht eine gehbehinderte Pensionistin einen Behindertenparkausweis zu erhalten. Dieser wurde stets abgelehnt, zuletzt gerichtlich. Kürzere Wegstrecken seien laut Gutachtern zumutbar. Dem widerspricht die 82-Jährige selbst sowie ein ärztlicher Befund.

Helga P. lebt in Wien, ist nach Operationen an Knien, Schulter und mehreren Eingriffen an der Wirbelsäule in ihrem Gehvermögen eingeschränkt. Und permanent auf zwei Stützkrücken angewiesen. Die 82-Jährige hat aufgrund ihrer 50%igen Behinderung einen Behindertenpass und bezieht ein Pflegegeld der Stufe 1. Sie hat zudem mehrere Male einen Parkausweis für Menschen mit Behinderung beantragt - jedoch immer ohne Erfolg. In einem Befund hielt Frau P.s Orthopäde unter anderem fest, dass ihr Gehvermögen deutlich unter 100 Metern liege.

Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sei unzumutbar, hohe Stufen können nicht überwunden werden, es bestehe Sturzgefahr. Doch ein vom Sozialministeriumsservice beauftragter allgemeinmedizinischer Gutachter attestierte der 82-Jährigen, das Fahren mit Öffis sei zumutbar und Frau P. könne eine Wegstrecke von 300 bis 400 Metern zurücklegen. Offenbar aber, ohne sich davon zu überzeugen, ob das auch tatsächlich möglich ist.

Sozialministerium verspricht neuerliche Untersuchung
Frau P.s Antrag wurde abgelehnt, ihr Einspruch ebenso, und auch das Verwaltungsgericht urteilte 2018 gegen die Pensionistin, die über das Ergebnis entsprechend empört war. Frau P. hat erneut einen Antrag gestellt und soll, nachdem die Ombudsfrau im Sozialministerium nachgefragt hat, nochmals untersucht werden. Bleibt zu hoffen, dass dies bald passiert.Kraft und Zeit der Leserin reichen wohl nicht ewig.

 Ombudsfrau
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