10.06.2020 11:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Patienten im Wachkoma: 45 Minuten Besuch erlaubt

Ohne Zweifel zählen Wachkoma-Patienten zu jener Personengruppe, die vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus am meisten geschützt werden müssen. Der direkte Kontakt zu vertrauten Personen ist aber auch wichtig. Nach vielen Wochen sind Besuche seit kurzem wieder möglich. Aber sehr eingeschränkt.

Von hundert auf null von einem Tag auf den anderen — so ist es vielen Angehörigen, nicht nur von Wachkoma-Patienten, durch Corona gegangen. Sie durften ihre Lieben, die in einer Pflegeeinrichtung leben, plötzlich nicht mehr sehen. Nicht mehr berühren. Nicht mehr betreuen. Kürzlich hat die Ombudsfrau an dieser Stelle über den Fall einer 19-jährigen Wienerin berichtet, die seit einem Unfall im Wachkoma liegt. Täglich haben sich ihre Mama Elvira K. und ihre Tante Cornelia S. um sie gekümmert. Meist acht Stunden waren die beiden bei der jungen Frau im Pflegeheim des Wiener Gesundheitsverbundes, um sie dort unterstützend zu fördern und mit ihr zu üben. Aber auch, um ihr vertraute Sicherheit durch die Anwesenheit zu geben.

Dann kam die Corona-Krise und ein Betretungsverbot für Angehörige. Zum Schutz besonders gefährdeter Patienten. Das ist den Angehörigen verständlich. Warum ihnen aber nicht zugetraut wird, sich an dieselben Hygieneregeln zu halten wie das Pflegepersonal, aber nicht. Nicht nur die Angehörigen der jungen Frau, auch viele andere wären bereit, strenge Auflagen einzuhalten. Eine Sondererlaubnis gibt es dennoch nicht. Der Zustand der 19-Jährigen habe sich in den Wochen ohne Besuche jedenfalls eher verschlechtert, beklagen Mutter und Tante. Seit Anfang Juni sind Besuche für eine Zeit von 45 Minuten möglich. Mit vorheriger Anmeldung. Berührt werden dürfen Patienten nur an der Hand.

Kurze Besuchszeit aus logistischen Gründen
Die kurze Zeitspanne habe logistische Gründe, teilte der Gesundheitsverbund mit. Nach jedem Besucher müsse desinfiziert werden, vorher erfolge Anmeldung und Registrierung. Das sei nur durch mehr Personalaufwand möglich. Man freue sich, die Beschränkungen bald aufheben zu können — bei weiterer positiver Entwicklung. Das wünscht sich sicher niemand mehr als jene, die ihre Liebsten wieder sehen und berühren wollen.

 Ombudsfrau
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