Debatte geht weiter:

JKU sagt „Nein, aber“ zu Tierversuchen für Medizin

Die JKU will auf einem eigenen „Linzer Weg“ ein „Nein, aber“ zu Tierversuchen an ihrer Medizin-Fakultät sagen. Was das bedeuten soll, ist Thema von Runde 3 der Videodebatte zu Laborexperimenten an Lebewesen heute, Freitag (5. Juni), 14 Uhr am Youtube-Kanal der JKU, bzw auf ihrer Homepage, siehe hier. Unterdessen liefern sich die Gegner und Unterstützer von Tierversuchen weiter ein Tauziehen um Sinn und Unsinn, Notwendigkeit und Unnotwendigkeit von Tierversuchen.

Rektor Meinhard Lukas diskutiert den „Linzer Weg“ mit vier Herren: Herwig Grimm,Tier-Ethiker an der VetMedWien, Bernd Lamprecht, Hochschulsprecher der Ärztekammer, Reinhard Busch, stv. Obmann der Selbsthilfe bei Multiplem Myelom, und Andreas Gruber, Forschungsdekan der Med-Fakultät der JKU Linz.

Was sind die Kernfragen der Debatte?
Kernfragen sind laut Ankündigung der JKU: „Welche Begründungen müssen vorliegen, damit die Haltung zu solchen Versuche aus einem grundsätzlichem ,Nein’ ein ,Nein, aber’ wird? Welche Grenzen setzt man sich selbst? Und wie kann ein Diskussionsprozess aussehen, der die Gesellschaft möglichst weit einbindet?“

„Ärzten sollte kein Nachteil erwachsen“
KUK-Primar Lamprecht beschreibt diese „Nein, aber“-Positionals eine, die Tierversuche dort ablehne, wo es Alternativen dazu gebe: „In Bereichen in denen derzeit noch kein Ersatz für Tierversuche möglich ist, sollte dem Universitätsstandort Oberösterreich und den hier tätigen Ärzten und Forschern kein Nachteil erwachsen“, sagt Lamprecht.

„Langsamer und ineffizienter ohne Tierversuche“
Ärztekammerchef Peter Niedermoser und Primarärztevertreter Werner Saxinger sagen: „Heute gänzlich auf Tierversuche und die wissenschaftlichen Erkenntnisse daraus zu verzichten, bedeutet immer noch, im Kampf gegen Krankheiten, wie Krebs, COVID-19 und viele andere, langsamer und ineffizienter zu sein.“

„Gigantisches Potenzial von Alternativen“
Anders sehen es die „Ärzte gegen Tierversuche“. Sie betonen, „welches gigantische zukunftsgerichtete Potenzial tierversuchsfreie Forschung“ biete.Sie meinen im Gegensatz zur Ärztekammer: „Wir werden unsere menschlichen Probleme und Krankheiten wie die aktuelle Corona-Krise nur mit Alternativen zu Tierversuchen lösen bzw. heilen können.“ Eine Vertreterin des Vereins war in Runde 2 der Debatte dabei, nachzusehen hier.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 06. Mai 2021
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