17-Jähriger gefasst

Polizei nimmt Amok-Drohungen ernster als Justiz

Es war ein 17-Jähriger Schüler. Am Tag, nachdem der „Spaßvogel“ auf der Internet-Plattform Instagram einen Amoklauf im BRG Wallererstraße in Wels angekündigt hatte, konnten Ermittler der Welser Polizei und des LKA OÖ den Jugendlichen enttarnen. Die Beweise waren so eindeutig, dass der Teenager geständig war.

„Ich töte fünf Lehrer, ohne Schaden davonzutragen“, dazu das Portal des Sportgymnasiums und zwei Maschinenpistolen, die auf den Eingang gerichtet sind. Alles wie in einem der bei Jugendlichen sehr beliebten „Ego-Shooter“-Spiele, in denen es nur ums Abballern geht. Diesen Videoclip hatte der 17-Jährige, der selbst das BRG Wallererstraße besucht, unter dem Pseudonym „Alex BruhMoment“ am 28. Mai, um 5 Uhr früh mit dem Titel „BRG_Wels_Game“ ins Netz gestellt – ausgerechnet an dem Tag, an dem die Mathematik-Matura im BRG Wallererstraße geplant war. Polizisten umstellten und durchsuchten das Schulgebäude – ohne Ergebnis. Die Matura fand unter massivem Polizeischutz statt.

Weiterhin Polizeischutz
Auch am Freitag war nur ein Schuleingang offen und dieser wurde von Ordnungshütern bewacht. Der „Spaßvogel“ hat noch am Donnerstagabend seinen Instagram-Account gelöscht, zuvor kleinlaut gemault, es sei doch nur „Satire“ gewesen. Dem entlarvten Droher wird nun das Lachen wohl vergehen. Obwohl nicht einmal das sicher ist, denn die Polizei nimmt angedrohte Amokläufe in Schulen deutlich ernster als die Justiz. Völlig folgenlos blieb eine Amokdrohung von zwei HTL-Schülern (17 und 18) in Wels: „Wir bringen euch alle um!“ Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein: „Kein Plan, nur blödes Dahergerede.“

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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