15.05.2020 08:45 |

Skisport

Der nächste Abgang aus dem genialen Jahrgang

Nach Marcel Hirscher hört mit Anna Veith die nächste Tennengauer Ski-Ikone auf. Das Duo verband nicht nur Geburtsjahr 1989, sondern auch viele Erfolge. Der größte: Der Olympiasieg 2014, womit sie in die Fußstapfen eines Skiclub-Kollegen trat: Thomas Stangassinger. Die „Krone“ erinnert sich an Veiths ersten Weltcup-Erfolg 2011 in Lienz – und an den letzten 2017 in Val d’Isère.

Offiziell ist es noch nicht, aber demnächst wird Anna Veith den „Krone“-Bericht von Donnerstag wohl bestätigen und ihren Rücktritt bekannt geben.

Womit acht Monate nach Marcel Hirscher der nächste Ski-Star aus dem Tennengau adieu sagt. Ihre Heimatorte – Annaberg und Adnet – liegen nur 45 Kilometer auseinander. Beide wurden 1989 geboren, beide drückten in der Ski-Hotelfachschule Bad Hofgastein die Schulbank. Beide haben alles erreicht.

Der große Unterschied: Veith wurde, beginnend mit einem Patellasehnenriss 2015, durch viele schwere Verletzungen immer mehr zurückgeworfen.

„Natürlich schade, wenn man so ein Zugpferd verliert“, meinte Salzburgs Skiboss Bartl Gensbichler.

Veith war die vierte Salzburgerin nach Annemarie Moser-Pröll (1980), Petra Kronberger (1992) und Andrea Fischbacher (2010), die Olympiasiegerin geworden ist: am 15. Februar 2014 im Super G von Sotschi. „Dieses Datum hat sich bei mir eingebrannt“, meinte Veith erst vor kurzem in einem Gespräch mit der „Krone“. Detail am Rande: Mit Thomas Stangassinger war der erste Salzburger Herren-Olympiasieger wie sie vom Skiclub Hallein. Als er 1994 Slalom-Gold holte, war Veith keine fünf Jahre alt.

Erster Weltcupsieg als Weltmeisterin mit 22 Jahren

22 Jahre war sie, als sie als Anna Fenninger und bereits als Kombi-Weltmeisterin am 28. Dezember 2011 im RTL von Lienz ihren ersten Weltcup-Sieg feierte. „Es ist viel Ballast von mir abgefallen“, sagte sie damals zum Autor dieser Zeilen. Der auch ihren 15. und letzten Weltcupsieg am 17. Dezember 2017 beim Super G in Val d’Isère miterleben durfte. Ein Triumph, den sie aufgrund der Leidensgeschichte davor auf eine Stufe mit Olympia stellte. „Ich hoffe, es kommt noch einiges“, war Anna voll motiviert. Es sollte kurz später eine Olympia-Silberne folgen, auf Gold im Super G fehlte damals in Pyeongchang eine lächerliche Hundertstelsekunde. Und ein Jahr später kam die nächste Zwangspause nach einem Kreuzbandriss.

Hut ab, dass sie danach noch einmal zurückfand. Der Weg aufs Podest war ihr 2019/20 aber nicht mehr vergönnt. So ging beim Ausfall im Super G von Garmisch am 9. Februar eine große heimische Sportkarriere zu Ende. Es sollte der letzte Weltcupauftritt der noch 30-Jährigen bleiben.

Herbert Struber
Herbert Struber
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