14.05.2020 16:10 |

Opfer niedergestochen

Mutter-Kind-Heim überfallen: Elf Jahre Haft

Um an Bargeld aus dem Safe eines Mutter-Kind-Heimes der Caritas Socialis in Wien zu gelangen, hat ein junges Ehepaar im November des Vorjahres einen Raubüberfall auf die Mitarbeiter der Einrichtung geplant - der Ehemann, ein 29-Jähriger, stach dabei auf eine der Angestellten mit einem Messer ein und verletzte sie schwer. Die Eheleute wurden am Donnerstag in Wien rechtskräftig zu elf Jahren Haft verurteilt.

Die 26-jährige Mutter eines Kindes hatte mit ihrem Baby Zuflucht in der Einrichtung gefunden, auch ihrem Ehemann war es erlaubt, in ihrem Zimmer zu übernachten. Als der 29-Jährige beobachtete, dass sich größere Geldbeträge in dem Bürosafe des Heims - teils gehört das Geld der Hilfsorganistation, teils den Heimbewohnern - befinden, reifte in ihm der Plan für den Überfall.

Mit Messer bewaffnet und vermummt
Vor Gericht erklärte der Angeklagte, der bereits wegen Raubes vorbestraft ist, dass sich seine Ehefrau in der Folge einen offiziellen Termin in dem Heim geben ließ - zu diesem tauchte jedoch nicht sie auf, sondern vielmehr der 29-Jährige, und zwar bewaffnet mit einem Küchenmesser und vermummt. Im Büro bedrohte er eine Angestellte mit dem Messer und forderte die Herausgabe von Bargeld, in der Zwischenzeit stand seinen Angaben zufolge seine Ehefrau Schmiere.

Die Mitarbeiterin, die der 29-Jährige bedrohte, überließ ihm in der Folge ein Bündel Banknoten und legte es auf den Tisch - reflexartig griff sie jedoch zum Handy, worauf der Räuber mit dem Messer dreimal auf sie einstach und danach noch mit Faustschlägen traktierte, ehe das Paar mit der Beute - 9500 Euro - die Flucht ergriff.

DNA-Treffer in der Datenbank
Das Geld war bald ausgegeben: So quartierte sich das Paar in den folgenden Nächten in einem teuren Hotel ein, außerdem verprasste der 29-Jährige es bei Sportwetten. Auf die Spur kamen die Ermittler dem Paar schließlich über DNA-Spuren, die der Mann an der Kleidung seines Opfers hinterlassen hatte. Aufgrund seiner Vorstrafe gab es einen Treffer in der Datenbank.

Beim Prozess bekannten sich die beiden Angeklagten schuldig. Der 29-Jährige gab an „sehr viele Schulden bei ein paar Leuten“ gehabt zu haben. „Ich wusste nicht, woher ich das Geld nehmen soll.“

„Sie haben ausgenutzt, dass man Ihnen dort helfen wollte“
Die Eheleute wurden zu elf Jahren Haft verurteilt. „Sie haben das ausgenutzt, dass man Ihnen dort helfen wollte und Sie aufgenommen hat. Das ist unglaublich unwertig“, hielt die Vorsitzende in der Urteilsbegründung fest. Obwohl das Ehepaar von der Strafhöhe geschockt wirkte, nahmen sie nach Rücksprache mit ihrem Verteidiger von Rechtsmitteln Abstand.

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