06.05.2020 07:49 |

Organisatoren sammeln

Sechs Millionen Dollar für Tennis-Wenigverdiener

Unterklassige Tennisprofis, die von der Coronakrise schwer getroffen wurden, sollen mit mehr als sechs Millionen Dollar (5,48 Mio. Euro) unterstützt werden. Diese Summe haben die Tour-Organisatoren ATP und WTA, der Weltverband ITF und die Veranstalter der vier Grand-Slam-Turniere Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open in einem Hilfsfonds zusammengetragen, wie ATP und WTA mitteilten. Zu Beginn der Corona-Krise startete die georgische Profi-Spielerin Sofia Shapatava eine Petition, die für mehr Unterstützung für die Tennis-Wenigverdiener warb, die hätten bald „kaum mehr etwas zum Essen“ gehabt, schrieb die Georgierin in ihrem Blog. Spielerinnen, wie die Britin Tara Moore (oben im Bild) unterstützten ihr Vorhaben.

Das Geld soll  nun zu gleichen Teilen unter rund 800 Spielerinnen und Spielern verteilt werden, die auch wegen der Corona-Krise finanzielle Unterstützung brauchen. Berücksichtigt werden bei der Auswahl das Ranking in der Weltrangliste und bisherigen Preisgeld-Einnahmen. Der Spielbetrieb im internationalen Profitennis ist noch mindestens bis zum 13. Juli unterbrochen.

Zuvor hatten bereits die drei großen Stars des Herren-Tennis offenbar die Einrichtung eines Hilfsfonds für weniger gut verdienende Profis auf den hinteren Weltranglistenpositionen geplant. Über einen entsprechenden Brief des Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic an die Spieler hatten mehrere Medien berichtet. Der Serbe, der auch Präsident des Spielerrates der Herren-Organisation ATP ist, habe zuvor mit seinen Kollegen Roger Federer aus der Schweiz und dem Spanier Rafael Nadal beraten. Alle drei haben sich jenseits des Tennis während der Coronavirus-Pandemie bereits auch individuell für Hilfsaktionen engagiert.

Thiem dagegen
Mit dem Vorschlag will das Trio mehr als vier Millionen Dollar einsammeln. Ziel sei es, den Spielern auf den Weltranglistenplätzen 250 bis 700 jeweils 10.000 Dollar zukommen zu lassen. Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem ist kein Freund dieser Idee. „Es gibt 2.000 Spieler in der Weltrangliste, die hinteren gehören da definitiv dazu“, betonte der Niederösterreicher. Zudem gefalle ihm nicht, die Unterstützung zu verallgemeinern. „Ich gehe von meiner Meinung nicht runter, dass da einige Spieler dabei sind, die ich nicht gerne unterstützen würde. Deshalb wäre es mir viel lieber, wenn sich das die Spieler selber aussuchen, weil dann jene Spieler davon profitieren, die es wirklich brauchen und die es auch wirklich verdienen“, schilderte Thiem kürzlich seine Sicht.

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